Note 1 — ACHTZEHNTES KAPITEL
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Der Häuptling der Montesinos hatte täglich Rationen für zweiundzwanzig Mann erhalten, mit denen er angeblich einen Weg zum Gipfel bahnte. Als er aber am Abend des dritten Tages selbst nach Yriga kam, um neue Vorräthe zu holen, da die Arbeit noch einige Zeit erfordere, erklärte ich, dass ich am folgenden Morgen versuchen würde den Berg zu besteigen und forderte ihn zum Führen auf. Er willigte ein, verschwand aber Nachts sammt seinem Begleiter, da die Indier im Tribunal sich das Vergnügen gemacht hatten, ihnen schwere Strafen in Aussicht zu stellen falls die Leistung nicht den Arbeitstagen entspräche. Nach vergeblichem Bemühn um einen andern Führer, verliessen wir Buhi Nachmittags, und übernachteten im Rancho, wo man uns früher so freundlich aufgenommen hatte. Die Feuer brannten noch, aber die Bewohner waren bei unserer Annäherung geflüchtet. Am folgenden Morgen um 6 Uhr begann die Besteigung. Nachdem wir mit Benutzung der früher von uns gebahnten Pfade den Wald durchschritten, ging es durch 3 bis 4 Fuss hohes Gras mit scharfschneidenden Blättern, dann folgte 7 bis 8′ hohes Rohr, vom Habitus unseres Arundo phragmites (es stand aber nicht in Blüthe), das den ganzen oberen Theil des Berges bis zum Rande einnimmt; nur in den Schluchten reichten die Bäume hoch hinauf. In den untern Gehängen waren sie mit Aroideen und Farnen, gegen den Gipfel zu mit Flechten und Moosen bedeckt. Ich fand hier eine schöne neue eigenthümlich gestaltete Orchidee.1 Die Cimarronen hatten etwas Rohr umgehauen, weiter bahnten wir uns mit Waldmessern den Weg und erreichten schon um 10 Uhr die Spitze. Es war sehr trübe. Auf einen klaren Abend oder Morgen hoffend, liess ich eine Hütte bauen, wozu das Rohr sehr geeignet war. Für sich selbst ein Obdach zu errichten und Brennholz zum Wachtfeuer herbeizuschaffen, waren die Indier zu faul. Sie kauerten, um sich zu erwärmen, dicht an einander gedrückt auf dem Boden, assen kalten Reis und dursteten dazu, da keiner Wasser holen wollte. Von zwei Wasserträgern, die ich mitgenommen, hatte der Eine sein Wasser unterwegs »aus Versehn« verschüttet, der Andre es unten ausgegossen, »weil er geglaubt, dass wir es nicht brauchen würden«.