Abendlied
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Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt’ und Felder, Es schläft die ganze Welt: Ihr aber, meine Sinnen, Auf, auf! ihr sollt beginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt. Der Tag ist nun vergangen, Die güldnen Sternlein prangen Am blauen Himmelssaal: Also werd’ ich auch stehen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammertal. Paul Gerhardt



Der Mond ist aufgegangen, Die goldnen Sternlein prangen Am Himmel hell und klar; Der Wald steht schwarz und schweiget, Und aus den Wiesen steiget Der weiße Nebel wunderbar. Wie ist die Welt so stille Und in der Dämm’rung Hülle So traulich und so hold Als eine stille Kammer, Wo ihr des Tages Jammer Verschlafen und vergessen sollt. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen Und ist doch rund und schön! So sind wohl manche Sachen, Die wir getrost belachen, Weil unsre Augen sie nicht sehn. So legt euch denn, ihr Brüder, In Gottes Namen nieder; Kalt ist der Abendhauch. Verschon’ uns, Gott, mit Strafen Und laß uns ruhig schlafen, Und unsern kranken Nachbar auch! Matthias Claudius




