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Leibnitz' Monadologie

Note (87) — Ueber Leibnitz' und Herbart's Theorieen des wirklichen Geschehens.

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Nehmen wir also an, die einfache Qualität des realen A lasse sich ausdrücken durch die zufällige Ansicht α + β + γ und die einfache Qualität des realen B durch die zufällige Ansicht m + n − γ, wobei die entgegengesetzten Zeichen des Merkmals γ den Gegensatz andeuten, der in den einfachen Qualitäten A und B liegt, ohne von diesen getrennt werden zu können, denn sie haben weder ungleichartige noch gleichartige Theile, weil überhaupt keine Theile. Es sind aber α + β + γ und m + n − γ zufällige Ansichten, als bloße Begriffe, die sich zusammenfassen lassen, wobei die entgegengesetzten Merkmale sich aufheben. Wir erhalten daher α + β + m + n. Theile der zufälligen Ansicht sind weggefallen, andere geblieben. Ist dadurch an den Qualitäten A und B selbst Etwas geändert worden? Sind von diesen Theile weggefallen, andere geblieben? Unmöglich! Die Qualitäten haben gar keine Theile, sie müssen entweder gänzlich vernichtet werden, oder ganz verbleiben, eine theilweise Zerstörung ist undenkbar. »Sollten denn wohl ein paar Wesen sich so verhalten, daß sie sich gegenseitig ganz aufhöben? Da wäre entweder Eins positiv und das Andere das Negative dieser Position, folglich das letztere kein Wesen: oder beide wären sogar nur gegenseitige Verneinungen, also keines ursprünglich positiv, was von realen Wesen zu behaupten noch ungereimter sein würde(87).« Es ist daher ganz und schlechterdings unmöglich, daß eine einfache Qualität durch was immer für Beziehungen zu einer andern, die zufälligen Ansichten beider mit eingeschlossen, irgendwie afficirt werde; jene Zusammenfassung der zufälligen Ansichten ist nichts mehr und nichts weniger als eine leere Gedankenoperation, die auf die realen Qualitäten gar keinen Einfluß übt, für sie nichts bedeutet. Gleichwohl gebietet uns die Erscheinung, indem sie uns Inhärenzen und Veränderungen aufdringt (nach der Methode der Beziehungen) die einfachen Wesen zusammenzufassen. Aber was soll eigentlich zusammengefaßt werden? Nur die zufälligen Ansichten und daß diese zusammen sind, soll als Etwas den Wesen selbst ganz Zufälliges betrachtet werden. Geschieht dies, nun »so sollte sich ihr Entgegengesetztes aufheben. Aber es hebt sich nicht auf, denn es ist auf keine Weise für sich; nur in unauflöslicher Verbindung mit Demjenigen, was nicht im Gegensatze befangen ist, gehört es zu einem wahren Ausdruck der Qualität dieser Wesen. Sie bestehen in der Lage, worin sie sich befinden, wider einander, ihr Zustand ist Widerstand.« Fragen wir, worin dieser bestehe, so heißt es, »er lasse sich mit dem Widerstand im Druck vergleichen, wo Keines nachgibt, obgleich Jedes sich bewegen sollte(88).« Fragen wir, ob hiebei wirklich eine Störung des Zustandes der Wesen erfolge, so ist die Antwort: »Nein! sie sollte erfolgen, aber Selbsterhaltung hebt sie dergestalt auf, daß sie gar nicht eintritt.« Fragen wir endlich, ob hier eine Kraft, ein Vermögen im gewöhnlichen Sinne des Worts thätig werde, so heißt es abermals: »Nein! denn hier ist kein Angriff von einer Seite, kein Leidendes gegenüber einem Thätigen; nichts was darauf ausginge, Veränderungen hervorzubringen. Der innere Gegensatz in den Qualitäten je zweier Wesen ist es, welchem beide zugleich widerstehen – dieser ist zwischen beiden, nicht aber in einem von beiden.«

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