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Lehre vom Schluss

Note 279 — Zweites Buch.

Eugen Rolfes translation

Der dritte und letzte Teil des 2. Buches ist ein Gegenstück zu dem 3. Teil des 1. Buches. Dort wurde gezeigt, wie die formlosen Schlüsse auf die schulgerechten Schlüsse zurückgeführt werden, hier wird gezeigt, wie andere Methoden der Begründung doch zuletzt auf einen Schluß und eine bestimmte Figur zurückgehen müssen, wenn sie überhaupt geeignet sein sollen, ein Urteil hervorzurufen. Insofern bringt dieser Abschnitt eine letzte Begründung für die Wichtigkeit der syllogistischen Theorie und für die Notwendigkeit, die Regeln alles geordneten Schließens zu kennen und zu beobachten. In diesem Sinne schreibt Maier a. a. O. 368 ff.: „Der Syllogismus ist nicht eine Begründungsform neben anderen, sondern die Begründungsform schlechthin. Darum werden auch die Folgerungsmethoden, die vom normalen Syllogismus abweichen, die syllogistische Gestalt wenigstens durchscheinen lassen müssen, wenn anders sie Anteil haben wollen an der Stringenz, die der syllogistischen Funktion zukommt. In der Tat liegen nicht bloß die gewöhnlichen apodeiktischen und dialektischen Schlüsse, sondern ebenso die rhetorischen und überhaupt alle Überzeugungsweisen, welches nun auch ihre Argumentationsmethode sein möge, in einer der drei Figuren. Das will der letzte Teil der ersten Analytik beweisen. Aristoteles stellt also die nicht-syllogistischen Begründungsmethoden zusammen, um nun auch sie auf die syllogistischen Figuren zu reduzieren: die Induktion, das Paradeigma, die Apagoge, die Enstase und das Enthymen. Nun lehrt die genauere Untersuchung, daß diese Begründungsmethoden alle zuletzt auf zwei fundamental verschiedene Formen zurückgehen: den Syllogismus und die Epagoge. In allen Fällen verwenden wir zum Beweisen und Überzeugen entweder den Syllogismus oder die ἐπαγωγή. So ist es die nächste Aufgabe der Untersuchung, die Epagoge auf die syllogistischen Figuren zurückzuführen. Die übrigen ‚nichtsyllogistischen‘ Begründungsmethoden sind nichts anderes als irgendwie modifizierte Formen des Syllogismus oder der Induktion.“

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