Note 208 — Zweites Buch.
Eugen Rolfes translation
Die zwei ersten Modi der 1. Figur ergeben virtuell, daß man den Oberbegriff auch in bezug auf alles, bejahend oder verneinend, erschließen kann, was unter den Mittelbegriff und den Unterbegriff fällt. Hat man z. B. von allem Lebenden durch den Mittelbegriff Körper als Prädikat Substanz erschlossen — der Schluß lautet: jeder Körper ist Substanz; jedes Lebende ist ein Körper; also ist jedes Lebende Substanz. Das Beispiel ist mangelhaft; weil alles (auf Erden) Lebende nicht ein Körper ist, sondern einen Körper hat —, so folgt, daß auch jeder Stein, weil er unter Körper, und jeder Mensch, weil er unter lebend fällt, Substanz ist. Wenn man ebenso sagt: kein Lebendes ein Stein, alles Animalische lebend, also kein Animalisches ein Stein, so ist damit virtuell auch gesagt, daß keine Pflanze und kein Mensch ein Stein ist, da Pflanze unter lebend fällt und Mensch unter animalisch.