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Lehre vom Schluss

Note 230 — Zweites Buch.

Eugen Rolfes translation

Die Umkehrung zeigt die Tragweite des Schlusses nicht wie der Zirkelbeweis aus der Konklusion, sondern aus deren Gegenteil. In dem Zirkelbeweis wird die Konklusion und eine Prämisse zum Beweise der anderen Prämisse verwandt. Bei der Umkehrung wird das Gegenteil der Konklusion und eine Prämisse zur Widerlegung der anderen Prämisse verwandt. Von der Umkehrung des Syllogismus liest man im Anfang des Schlußkapitels der Topik: „Um aber in dieser Art von Beweisführungen Übung und Gewandtheit zu erlangen, muß man sich erstens die Kunst aneignen, die Schlüsse umzukehren. So wird man einmal die Probleme geschickter begründen können und dann die volle Fertigkeit gewinnen, in wenigen Schlüssen gleichsam viel zu erhalten. Denn einen Schluß umkehren heißt, das Gegenteil der Konklusion nehmen und mit ihm und den übrigen Prämissen einen von den gegebenen Sätzen umstoßen. Denn wenn die Konklusion nicht gilt, wird notwendig einer von den Vordersätzen aufgehoben, da ja die Konklusion ihre Notwendigkeit aus ihrer Gesamtheit schöpfte.“

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