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Lehre vom Schluss

Note 295 — Zweites Buch. (continued 2)

Eugen Rolfes translation

Nach Erörterung der unmittelbar einleuchtenden Einwände ließen sich auch noch solche besprechen, die nur wahrscheinlich sind: aus dem Konträren, dem Ähnlichen, der Autorität, der Meinung. Der eine sagt etwa: jede Freude ist gut; der andere wendet ein: nicht jede Traurigkeit ist schlimm. Der eine sagt: die Linie besteht aus Punkten; der andere wendet ein: die Fläche besteht nicht aus Linien. Der eine sagt: auch die vernünftige Seele stirbt, der andere wendet auf Grund des allgemeinen Glaubens ein: sie stirbt nicht. Gegenbedenken aus Wahrscheinlichem lassen sich auch, wie wir hier einschalten, auf Grund der Regeln im 2. Teil des 22. Kapitels erheben. Von der Instanz ist auch die Rede Topik 1, 12 Ende und 8, 2 Anfang; ferner im 8. Buche in Kap. 8 und 10. Von dem verneinenden Einwand aus der 2. Figur war schon vorhin die Rede, vgl. Anm. 90. Von dem partikulären Einwand hieß es, daß er naturgemäß durch die 3. Figur geht, vgl. 69 b 18 f. Er kann aber auch durch die erste gehen. Man kann z. B. gegen den Satz: kein Konträres fällt unter das nämliche Wissen, in der 3. Figur einwenden: Gesundes und Ungesundes ist konträr; einiges Konträre fällt unter das nämliche Wissen. Man kann aber ebenso in der 1. Figur einwenden: Gesundes und Ungesundes fällt unter das nämliche Wissen; einiges Konträre ist gesund und ungesund; einiges Konträre fällt unter das nämliche Wissen.

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