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Lehre vom Schluss

Note 54 — Erstes Buch.

Eugen Rolfes translation

Schließt man z. B. in Cesare: Kein Weißes ist ein Sinnenwesen; jeder Mensch ist notwendig ein Sinnenwesen, so folgt nicht: notwendig ist kein Mensch ein Weißes, sondern nur: tatsächlich ist kein Mensch ein Weißes. Beweis: 1. Derselbe Schluß müßte sich in Celarent ergeben. Kehrt man aber den Obersatz um, so folgt, nach K. 9, 30 a 32, nicht: notwendig ist kein Mensch weiß. 2. Gesetzt, es folgte der Schlußsatz: notwendig ist kein Mensch weiß, so folgte auch: notwendig ist manches Sinnenwesen nicht weiß. Aber wenn auch der Obersatz: kein Weißes ist ein Sinnenwesen, wahr ist, so kann es doch dabei auch der andere Satz sein: es ist nicht notwendig, daß kein Weißes ein Sinnenwesen ist oder daß manches Weiße kein Sinnenwesen ist, und ebenso: es ist nicht notwendig, daß manches Sinnenwesen nicht weiß ist. Das geht nun aber mit dem fraglichen Schlußsatz nicht zusammen, wohl aber geht es mit dem Antezedenz zusammen, was der logischen Regel zuwiderläuft: quicquid non potest stare cum veritate consequentis, nec potest stare cum veritate antecedentis. Schließt man hinwieder in Camestres: Jeder Mensch ist notwendig ein Sinnenwesen; kein Weißes ist ein Sinnenwesen, so folgt nicht: notwendig ist kein Weißes ein Mensch; denn wenn auch tatsächlich kein Weißes ein Sinnenwesen wäre, so könnte doch ein Weißes ein Mensch werden und sein.

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