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Hellas

Der Bote von Marathon

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Jüngling, schwing dich auf den wilden Renner, auf dein bäumend Roß, Nach den himmlischen Gefilden Fliege, wie ein Pfeilgeschoß, Laut zu künden, froh zu melden Göttergleichen Sieg der Helden: „Marathon, der Perser Schmach, Wo Athen sich Lorbeer brach!“ Schnell im Staubgewölk verloren, Stürmt er hin im Mittagsschein, Drückt dem flücht’gen Roß die Sporen Kräftig in die Weichen ein. Vorgeneigt, mit losem Zügel, Jagt er auf des Windes Flügel. Herrlich schwellt die junge Brust Siegesfreude, Botenlust. Und er träumt sich schon empfangen Von Athens besorgter Schar. Hoch erglühn der Mutter Wangen, Da sie kränzt sein feuchtes Haar: „O mein Sohn, du kehrst mir wieder!“ Greise singen Siegeslieder, Donnernd jauchzt von Land zu See Tausendstimmig Evoe — — — Seine dunkeln Augen flammen, Freudig preist er sein Geschick ... Plötzlich bricht das Roß zusammen, Röchelnd, mit erloschnem Blick. Ungesäumt, auf eignen Füßen, Eilt er, seine Stadt zu grüßen, Die sich fern am Himmelsrand Blendend hebt im Sonnenbrand.

Schlacht bei Marathon
Schlacht bei Marathon

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Mut! Nur Mut! — er will ermatten. Seine Sehnen schwellen an. Nirgends Kühlung, nirgends Schatten Auf der staubverwehten Bahn. „Schütze, Göttin, deinen Boten, Ruf ihn nicht ins Reich der Toten, Eh Athen die Kunde weiß: Unser ist der Siegespreis!“

Im Schlachtengetümmel
Im Schlachtengetümmel

Von der stolzgetürmten Mauer Hat ihn schon das Volk gesehn. Hohe, heil’ge Wonneschauer Fühlt er durch die Seele wehn. Auf das Herz gepreßt die Linke, Mit dem Lorbeer freud’ge Winke: „Sieg!“ Ein heller Jubelschrei. „Sieg!“ — Er stürzt. — Es ist vorbei. Alice von Gaudy

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