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Harbaugh's Harfe

Einleitung.

Reading edition

Einleitung.
Einleitung.
Illustration from Harbaugh's Harfe: Gedichte in Pennsylvanisch-Deutscher Mundart

Heinrich Harbaugh wurde den 28. October, 1817, nahe bei Waynsboro’, Franklin County, Pa., geboren. In 1736 kam sein Ur-Grossvater, Yost Harbaugh, aus der Schweiz nach Amerika. Er kaufte sich eine Bauerei „drei Meilen oberhalb der Maxatawny Creek,” in Maxatawny Township, Berks County, Pa. Aus diesem Stamm wuchsen die Zweige der zahlreichen Harbaugh Familie in Amerika.

Heinrich Harbaugh’s Vater, George Harbaugh, war ein einfacher fleissiger Bauer. Seine Mutter war eine geborne Schneider, von Lancaster County, Pa. Beide Eltern gehörten zur Reformirten Kirche, in welchem Glauben sie ihre Kinder treu zu erziehen suchten. Sie hatten zwölf Kinder, wovon Heinrich das zehnte war.

Von früher Jugend an hatte er eine Vorliebe zum Studiren. Er sollte Bauer oder Handwerker werden; allein er selbst fühlte sich zum Predigtamt berufen. Er blieb seinen Eltern getreu, und arbeitete fleissig als ein Ackersmann. Dabei aber liebte er Bücher, und sparte jeden Cent, um dieselben zu kaufen. Damals hatte man blos während etlichen Winter-Monaten Schule. In der übrigen Zeit studirte er nach Gelegenheit. Er hatte den Gebrauch, ein Buch in seiner Tasche nachzutragen. Beim Pflügen, während er die Pferde in der Furche ruhen liess, and Mittags während sie ihr Futter frassen, las er fleissig. Das Schulhaus für jene Gegend stand neben einem Bach, eine kurze Strecke von seiner Heimath. Seine Schul-Erfahrungen und Erinnerungen, bewogen ihn das „Schulhaus an der Krick” zu schreiben.

Endlich fühlte er sich durch einen Gewissens-Zwang bewogen, sich dem Studium zu widmen. Allein dazu fehlten ihm die Mittel. Er entschloss sich am Schreinerhandwerk zu arbeiten, welches er theilweise gelernt hatte, um sich das nöthige Geld zu verdienen. Sein Scheiden von dem elterlichen Hause wird in einem Bilde dieses Buches dargestellt. Wie er von dem Hof in die Kutsche steigt, steht seine weinende Mutter auf der Portsch, mit dem Schurz vor dem Gesicht.

Damals reiste er nach Ohio, wo er etliche Jahre lang abwechselnd als Schreiner arbeitete und in die Schule ging. Endlich konnte er als Student in Marshall College und das Theologische Seminar in Mercersburg, Pa., eintreten. Allein wegen Mangel an Mitteln musste er seinen Cursus in diesen Anstalten abkürzen.

Als Pastor bediente er drei verschiedene Gemeinden. Von 1843 bis 1850 war er Seelsorger der reformirten Gemeinde in Lewisburg, Pa. In 1850 folgte er einem Ruf von der ersten reformirten Gemeinde in Lancaster, Pa. Nachdem er zehn Jahre hier gewirkt hatte, wurde er Prediger der St. Johannis Gemeinde von Lebanon, Pa. In 1863 erwählte ihn die Synode der Reformirten Kirche in den Vereinigten Staaten als Professor der Theologie im Seminar zu Mercersburg, Pa.

Harbaugh war während einem Jahr vor seinem Tode leidend gewesen. Am 28. December, 1867, entschlief er sanft in dem Herrn.

Er war zweimal verheirathet. Das erste Mal mit Mary Goodrich von Ohio, welche in 1847 starb. Das zweite Mal mit Mary Louisa Linn von Lewisburg, Pa. Er hinterlässt neben dieser sieben Kinder.

Harbaugh war ein Kanzelredner ersten Ranges. Auch wurde er später als Theolog berühmt. Mit Anfang seines Amtes gründete er den „Guardian,” eine englische Monatsschrift, welche er für einen Zeitraum von 17 Jahren redigirte. Als Schriftsteller leistete er Vieles. Er schrieb 3 Bände über „The Future Life,” oder das Leben der Seligen im Himmel; „The Life of Schlatter,” 1 Band; „Fathers of the Reformed Church,” 2 Bände; „The True Glory of Woman,” 1 Band; „The Birds of the Bible,” 1 Band, „Harbaugh’s Poems,” 1 Band; nebst einer Anzahl kleiner Schriften. Auch hat er einen Commentar über den Heidelberger Katechismus geschrieben, welcher wahrscheinlich das kommende Jahr im Druck erscheinen wird.

Obschon Harbaugh beinahe ausschliesslich in englischer Sprache schrieb, war er doch von Haus aus ein sogenannter Deutsch-Pennsylvanier. In seinem väterlichen Haus wurde Pennsylvanisch-Deutsch gesprochen. Den eigenthümlichen Geist dieses Volkes saugte er von seiner frühesten Kindheit ein. Er liebte dessen Gebräuche, dessen kindlichen Sinn und dessen schlichte Frömmigkeit, und fühlte sich nirgends so wohl zu Haus als in den Familien und grossen deutschen Kirchen Ost-Pennsylvaniens. Bei seinen Besuchen unter diesem Volk bemühte er sich jedesmal, etwas aus dessen geschichtlichem Leben zu sammeln und aufzubewahren.

Die Ost-Pennsylvanier lernten ihn herzlich lieben. Wenn er predigte, strömte das Volk in Schaaren herbei. Seine Predigten waren tief und doch einfach, gründlich und doch verständlich. Er war ein Auswuchs aus ihrem eigenen Leben.

Als Pennsylvanish-deutscher Dichter musste er Bahn brechen. Man war damals noch nicht einig darüber, ob diese Sprache einen besondern Dialekt bilde. Er schrieb für das Volk in der Volkssprache, und das Volk las seine gemüthvollen Gedichte an den Feuerheerden und lachte und weinte darüber.

Sein Tod machte einen tiefen und traurigen Eindruck auf seine zahlreichen Freunde englischer und deutscher Zunge. Sonntags nach seinem Heimgang verkündete mancher Prediger der Gemeinde von der Kanzel, mit Thränen in den Augen: „Unser lieber Bruder Harbaugh ist in die Ruhe gegangen.” Nebst dem Leichen-Gottesdienst, welcher in Mercersburg gehalten worden, wurden in vielen grossen Gemeinden Ost-Pennsylvaniens, in gedrängten Kirchen, besondere Leichenreden gehalten, wo Thränen der trauernden Liebe reichlich flossen. Als ein Zeichen dieser allgemeinen Trauer geben wir folgendes Gedicht, welches damals erschien.

B. B.

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