← Table of contents
Handbuch der Germanischen Mythologie

Note 567 — ZWEITES HAUPTSTÜCK. (continued 5)

Reading edition

Überliefert ist tāfanę, was in Tanfanae oder Tamfanae aufzulösen ist. Den Nasal erachten J. Grimm und Müllenhoff als infigiert, wie λαμβάνω zu λαβ-, τύμπανον zu τύπ-τω u. ä.; sie deuten demnach, als ob Taƀana stünde. J. Grimm, Gesch. d. deutschen Spr. 232, 622, 828; Kleinere Schriften 5, 418 ff. rät auf eine germanische Göttin des Herdes und Feuers, Vesta, Ἑστία, skythisch Tabiti; die idg. Wurzel läge in tepere, aind. tapas, Hitze. Müllenhoff, ZfdA. 9, 258; 23, 23 ff. vergleicht an. tafn, „Opfertier“ und die idg. Wurzel dap, welche im lat. daps, dapinare, griech. δάπτω, δάπανος, δαψιλής, δέπας erscheint. Kögel, Geschichte der deutschen Litteratur I, 1, 19 Anm. erinnert an isl. þamb, Schwellung, Fülle, þǫmb, Fülle, Gespanntheit; þamba, in vollen Zügen trinken; norweg. temba, füllen, stopfen; temba, grosse Mahlzeit. Dann meint des Tacitus Schreibung Tamfana eine germanische Thamfana, þamƀana. Immerhin ist Kögels Versuch besser als die andern, nachdem die Wurzel „dap“ sonst nirgends Nasalinfix aufweist. Unmöglich ist die Erklärung Jaekels, ZfdPh. 24, 306 ff., wonach Tamfana aus Tamna(zu Wurzel dam, δαμάω, domare) entstand und die alles bezwingende Todesgöttin bedeutet.

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings