Note 427 — ZWEITES HAUPTSTÜCK. (continued 3)
Reading edition
Heimdallr, die schwache Form Heimdali in der Vísa der Grettissaga (Islendinga sögur 1, 231). Der Name zerlegt sich in heimr, Welt und *dallr, ein verlorenes an. Eigenschaftswort, das im Ags. dealt, stolz, berühmt erhalten ist; so Bugge, norrœn fornkvæði S. 68; J. Grimm, Myth. 3, 81. Als lichtester der Götter wird Heimdall in der Þrymsk. 14 bezeichnet:
Þá kvaþ þat Heimdallr, hvítastr ása, visse vel fram sem vaner aþrer.
Man darf nicht übersetzen: „Er wusste wol die Zukunft wie andre Wanen“ und schliessen: also war Heimdall eigentlich ein Wane (Mogk, Grdr. 1, 1057), sondern „wie sonst die Wanen“, eine Konstruktion, die bekanntlich im Griech. ganz gewöhnlich ist; vgl. Gering, Glossar S. 8 s. v. annarr. Heimdall heisst auch Vindhler SE. 1, 266 u. 500, d. h. der den Wind stillt. Unklar ist sein Name Hallinskíđi SE. 1, 100. Seltsamer Weise stehen die Namen Heimdali und Hallinskíđi auch unter den Bezeichnungen des Widders (SE. 1, 589 u. 588), ohne dass ein Grund dafür ersichtlich ist. Über Heimdall Uhland, Schriften 6, 14; Müllenhoff, Schmidts Zeitschr. f. Geschichte 8, 250 ff.; ZfdA. 30, 245 ff.