Note 418 — ZWEITES HAUPTSTÜCK. (continued 3)
Reading edition
Bragar. 3 u. 4; daher gehören auch Hǫ́v, 13/4:
Über Gastungen schwebt der Vergessenheit Reiher, Der den Verstand uns stiehlt; Dieses Vogels Gefieder umfächelte mich, Als in Gunnlods Grotte ich sass. Trunken ward ich, ward todtrunken In des sinnreichen Fjalar Saal; Am besten ist’s, bringt man vom Trunke Einen klaren Kopf nach Haus.
Da wird also dem Trank berauschende Wirkung zugeschrieben, worauf der Name Suttung aus suþ-þungr, vom Sud beschwert, betrunken, auch hinweist. Für Suttung steht hier Fjalar, der [Met]berger, Metbewahrer (zu fela, bergen). Im Grimnirlied 50 hat Odin den Raub des Odrerir im Auge:
Swidur und Swidrir hiess ich bei Sokmimir Und täuschte den Thursengreis; Midwidnirs Sohne zum Mörder ward ich, Dem Trefflichen, ich allein.
Swidrir und Swidur, der Brennende, heisst Odin als Sonnengott. Bei Sonnenuntergang kehrt er im Berge ein. Sokmimir, Streiterreger, ist Suttung, der Berauschte, da im Rausche leicht Streit auskommt. Midvidnir ist der mit Met Fesselnde. Alle Namen des Riesen, der Odrerir inne hat, entstammen demselben Gedanken: der Berauschende. Über weitere mit dem Met zusammenhängende Züge vgl. Noreen, Uppsalastudier 198 u. 205 ff. Kwasir kommt nur Gylfag. Kap. 50 noch einmal vor: er erkannte als der weiseste der Asen das Netz, das Loki ins Feuer geworfen hatte, noch in der Asche als Vorrichtung zum Fischfang. Yngl. Kap. 4 erzählt von der Edda abweichend, die Wanen hätten ihn als den Klügsten in ihrer Schar den Asen vergeiselt. In Gedichten findet er sich nur bei Einar skálaglamm aus dem Ende des 10. Jahrhunderts, der die Dichtung „Kvásis dreyra“, Blut des Kwasir nennt SE. 1, 244.