Note 779 — VIERTES HAUPTSTÜCK. (continued 2)
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Germ. 10 auspicia sortesque ut qui maxime observant: sortium consueludo simplex. virgam frugiferae arbori decisam in surculos amputant eosque notis quibusdam discretos super candidam vestem temere ac fortuito spargunt. mox, si publice consultetur, sacerdos civitatis, sin privatim, ipse pater familiae, precatus deos caelumque suspiciens ter singulos tollit, sublatos secundum impressam ante notam interpretatur. si prohibuerunt, nulla de eadem re in eundem diem consultatio; sin permissum, auspiciorum adhuc fides exigitur. Über die Sitte des Loosens vgl. Müllenhoff, Zur Runenlehre, Halle 1852, S. 33; Homeyer, Über das germanische Loosen, Monatsberichte der Berliner Akademie, December 1853; R. Keyser, Samlede afhandlinger S. 372 ff.; Mogk in den „Kleineren Beiträgen zur Geschichte von Docenten der Leipziger Hochschule“, Festschrift zum deutschen Historikertag in Leipzig, 1894, S. 81 ff. Über Wahrsagerei im heutigen Brauche vgl. Wuttke, Der deutsche Volksaberglaube, Berlin 1869, § 327 ff. Die germanischen Wörter für dieses Verfahren lauten folgendermaassen: got. hlauts, ags. hlýt oder hlét, as. hlôt, ahd. hlôȥ, überall ursprünglich Masculinum, ist das Nomen actionis des „lieȥens“, des Loosens und des Wahrsagens, dann das, wodurch dies geschieht, κλῆρος, sors, das Looszeichen; das nord. Femin. und Neutrum hlaut ist das, woraus oder mit dessen Hilfe geweissagt wird, das Opferblut. An. hlutr, ags. hlot, nds. lott, ahd. hluȥ, mhd. luȥ ist eigentlich portio, das Erlooste. Vgl. Gudbrand Vigfusson, dictionary 269; Müllenhoff, Altertumskunde 5, 155. Das Stäbchen, worauf die Zeichen standen, hiess got. tains, an. teinn, afries. tên, ags. tân, ahd. mhd. zein.