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Handbuch der Germanischen Mythologie

Note 665 — DRITTES HAUPTSTÜCK.

Reading edition

Zur Erklärung des Ausdrucks Bugge, Studien 447 ff.; Kögel, Grundriss der german. Philologie 2, 1, 212 Anm. versucht eine andere Deutung, die seltsamer Weise bei E. H. Meyer, Mogk, Steinmeyer Denkmäler 2, 38 Aufnahme fand, obschon sie sprachlich und sachlich unmöglich ist. spelli soll Vernichtung heissen wegen an. spell Schaden, spilla schädigen. Im Westgermanischen lautet das Verbum aber as. spildian, ags. spildan (ags. spillan ist späteres Lehnwort aus dem Nordischen), ahd. spildan. Wenn anders nicht Entlehnung aus dem Nordischen behauptet werden soll, müsste das von Kögel angesetzte Wort speldi, spildi lauten. Der erste Teil des Kompositums soll in ahd. mû-ƕerf, Maulwurf wiederkehren, mû ist synonym zu ahd. molta, got. mulda, Staub, Erde; mudspilli entstand in Anlehnung an mhd. mot, schwarze Torferde, Moor, Morast. Auch wenn man das sehr zweifelhafte Dasein von mû = molta zugesteht, ist doch die Bedeutung von mûspilli, Erdvernichtung, Weltende höchst fragwürdig. mû würde wie molta nur Staub heissen; selten und erst spät nimmt das Wort z. B. an. mold, die erweiterte Bedeutung von tellus an. Wäre Weltbrand und Weltende eine gemeingermanische Vorstellung, so müsste man entschieden ein anderes Wort erwarten; denn mûspeldi könnte nichts andres heissen als Vernichtung des Staubes. Neuerdings erklärt Kögel mit Hinweis auf Sievers, Indogerm. Forschungen 4, 335 ff., wonach urgerm. þl : đl > ahd. dl : ll (vgl. stadel und stall), spillî, die Splitterung aus spiđli (urgerm. þl bewahrt mhd. spidel, Splitter und as. spildian aus urgerm. spiþlian, wie nâlda zu nêþla). Muspilli ist die Weltzersplitterung. Aber von einem Zerschellen des Erdballes kann wol die Neuzeit, schwerlich das german. Heidentum fabeln.

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