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Geschichte der Medizin. II. Band, Erster Teil

Note 36 — Die Medizin bei den Arabern.

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Repräsentiert wird die arabische Chemie (Alchemie) durch Geber (vgl. S. 150). Er kannte sehr genau das Wesen der Amalgamation und Legierung, verstand die Metalle zu oxydieren, zu sulfurieren. Der wesentlichste Fortschritt bestand darin, daß sich, neben der bisher vorzugsweise betriebenen Chemie der Schmelzprozesse, das Verfahren auf nassem Wege entwickelte, mittels Anwendung der Salpetersäure (gewonnen durch Erhitzen von Salpeter und Vitriol), der Schwefelsäure (gewonnen durch Glühen von Alaun), des Königswassers (Zusatz von Salmiak zur Salpetersäure, Lösungsmittel des Goldes) — das Altertum kannte nur die Essigsäure. Durch das Auflösen der Metalle kam man zur allerdings unreinen Darstellung von bisher unbekannten Verbindungen, namentlich von Salzen, wobei außer dem Destillieren auch das Umkristallisieren, die Sublimation, das Filtrieren als geeignete Verfahren dienten (auch Wasserbäder und Oefen zum chemischen Gebrauch waren bekannt). Dargestellt wurden Höllenstein, Quecksilberoxyd, Pottasche, Kalilauge, Natronlauge, Schwefelmilch u. v. a. — An die großen Leistungen der Araber erinnern viele Bezeichnungen in der Chemie, z. B. Elixier, Alkohol, Alkali, Salmiak, Soda, Alaun etc.

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