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Geschichte der Medizin. II. Band, Erster Teil

Note 18 — Die Medizin bei den Arabern.

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Gute Straßen, Brücken, Karawanen, Herbergen, Brunnen etc., begünstigten das Verkehrsleben im ganzen Reiche; die Aufhebung der Binnenzölle gewährleistete Freizügigkeit. Für die Schiffahrt wurde durch Hafenanlagen gesorgt. Der Reisedrang, durch die gewaltige Ausdehnung der arabischen Herrschaft angeregt, war sehr verbreitet, er entsprang nicht bloß religiösen Momenten (Pilgerzüge) oder Handelsinteressen, sondern auch reiner Wißbegierde. Soll doch schon ein Ausspruch Muhammeds gelautet haben: „Wer sein Haus verläßt, um der Wissenschaft nachzuforschen, der wandelt auf dem Pfade Gottes bis zu seiner Heimkunft.” Das Bewußtsein, überall im weiten Reiche auf Kenntnis der arabischen Sprache, auf Gesinnungsgenossen, auf gastfreundliche Aufnahme rechnen zu können, ließ auch die weitesten Entfernungen überwinden, wenn es galt, neue Kenntnisse zu erwerben, berühmte Lehrer zu hören. „Durchwanderer aller Zonen” war ein Ehrentitel. Ganz besonders kam dieser wissenschaftliche Reisetrieb der Erdkunde zu gute — einem Gebiete, auf welchem die Araber wahrhaft Großes geleistet haben. Der vollendetste Typus eines solchen Forschungsreisenden, der durch Beobachten und Nachfragen, nicht durch Traditionsglauben und reine Vernunftschlüsse das Leben seiner Zeit kennen lernen wollte, war der Geograph Makdisi (10. Jahrhundert), welcher nur Selbstgeschautes beschrieb und sein Wanderleben folgendermaßen schildert: Ich habe allgemeine Bildung und Pflichtenlehre unterrichtet, bin als Prediger aufgetreten und habe von dem Minarette der Moscheen den Gebetsruf erschallen lassen. Gelehrten Sitzungen und frommen Uebungen habe ich beigewohnt. Ich habe Suppe mit den Sufis, Brei mit den Mönchen und Schiffskost mit den Matrosen gegessen. Ich ging mit den Einsiedlern des Libanon um und dann wieder lebte ich am fürstlichen Hofe. Kriege habe ich mitgemacht, auch saß ich gefangen und wurde als Spion in den Kerker geworfen. Mächtige Fürsten und Minister gaben mir Gehör, dann schloß ich mich wieder einer Räuberbande an und saß als Kleinhändler auf dem Markte.

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