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Geschichte der Belagerung, Eroberung und Zerstörung Magdeburg's

Note 5 — Vorbemerkung.

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„also daß ein gemeiner Mann, wenn er zu Jemand aus dem Rath oder einer andern dergleichen Person Privatfeindschaft getragen, denselben entweder bei der Wacht, im Bierhause oder (bei) andern Zusammenkünften stracks hinterrücks einen kaiserlichen Schelm und Verräther, dem man den Hals entzweischlagen oder dessen Haus stürmen sollte, angelassen und aufgeschrien, vermeinend, sich selbst dadurch, — weil er so heftig auf Verräther schelte — als einen beständigen Christen und Getreuen des Vaterlandes zu bezeichnen und hervorzuthun. Welches Alles um so viel mehr sich daher gehäuft, daß auch theils (einige) Prediger in den Kirchen der alten Stadt fast in allen Predigten große Klagen und Verwarnungen über Leute, die sich in der Stadt befänden und es mehr mit dem papistischen als lutherischen Haufen halten sollten, geführt haben, woraus aber mehr und größere Uneinigkeit in der Stadt causirt (verursacht) und viel Haß und Verdacht auf Diesen und Jenen gezogen worden. Dessen, um mehrerer Erläuterung und geliebter Kürze willen, allein dieses zu erzählen, daß in Zeit der Bloquirung Anno 1620 durch dergleichen Leute, wie vermeldet, der ganze Rath bei der Bürgerschaft so gehässig, verächtlich und verdächtig gemacht, daß sie auch des Raths versiegelte Schreiben, die durch Trommelschläger hinaus an die kaiserlichen Offiziere geschickt werden sollten, zuvor in den Thoren erbrochen, verlesen oder nicht mehr passiren lassen wollen. Und weil der regierende Bürgermeister solches ihnen nicht verstatten oder einräumen wollen, ist die Suspition (der Verdacht) der Bürger nicht allein mehr gehäuft, sondern auch stracks des folgenden Morgens durch den Capellan zu St. Ulrich (Gilbert de Spaignart) also in die öffentliche Predigt gebracht worden, daß man nämlich die Verräther, weil sie ihre Schreiben nicht wollten lesen lassen, erkennen und wissen könne, und was etwa dergleichen Worte mehr gewesen, durch welche nicht allein vermeldter Bürgermeister, sondern auch der ganze Rath heftig angegriffen und sich höchlich darob beschimpft gefunden. Und obgleich der Rath deswegen den Capellan fordern lassen, ihm Vorhaltung zu thun, hat sich doch das ganze Ministerium seinetwegen interponirt (seiner angenommen) und gebeten, daß man die Worte eines Predigers also böse nicht ausdeuten wolle, zumal dem Capellan nicht Alles mehr bewußt, was zum selbenmalen der heilige Geist auf der Kanzel durch ihn geredet. Er bezeugte gleichwohl hiermit, daß er keinen des Raths gemeint hätte u. s. w. womit denn der Rath zufrieden sein und die Sache hinlegen müssen, bis so lang wiederum etwas Neues auf die Bahn gebracht und eine andere Verrätherei angegeben worden. Daher auch endlich solcher und anderer etc.“ G.

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