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German composition

Note S. 138, N. 12 — PREFACE.

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[12] Fürst Otto von Bismarck wurde am 1. April 1815 zu Schönhausen, dem Stammgute der Familie Bismarck, in der Provinz Brandenburg im Königreiche Preußen geboren. Er entstammt der alten preußischen adeligen Familie von Bismarck, welche auch von Bismarck-Schönhausen genannt wird, um dieselbe von der ihr verwandten Familie von Bismarck-Bohlen zu unterscheiden. Von Bismarck trat zuerst öffentlich auf dem Landtage von 1847 als Führer der äußersten Rechten (extreme Conservatives) und dann als Mitglied der im Jahre 1848 tagenden zweiten preußischen Kammer (the Prussian House of Commons) als entschiedener Gegner des Repräsentationssystems (Representative Government) und der Reichsverfassung hervor. Sein entschiedenes Talent für die diplomatische Laufbahn bestimmte die Regierung, ihn im Jahre 1851 zum Legationssekretär bei der preußischen Bundestagsgesandschaft in Frankfurt a/M. zu ernennen. Drei Monate später wurde er jedoch schon zum Bundestagsgesandten erhoben, in welcher Eigenschaft er vergeblich Preußens Gleichstellung mit Östreich beim Bundestage erstrebte. Nachdem er seit dem 1. April 1859 preußischer Gesandter in Petersburg und seit dem Frühjahr 1862 Botschafter in Paris gewesen, trat er am 24. September desselben Jahres als Minister des Auswärtigen an die Spitze des neu ernannten Kabinetts. Es würde zu weit führen, hier auf die Einzelheiten seiner großartigen Erfolge als Ministerpräsident einzugehen, genüge es zu bemerken, daß sein Hauptstreben darauf gerichtet war, Preußen zur herrschenden Macht in Deutschland zu machen, Östreich daraus zu verdrängen, und schließlich durch Auflösung des deutschen Staatenbundes ein einiges Deutschland unter dem Zepter Preußens zu schaffen. Wie ihm diese Aufgabe gelang, ist allgemein bekannt. Die schon lange zwischen Preußen und Östreich bestandene Eifersucht brach endlich im Jahre 1866 durch den Krieg in lichten Flammen aus. Preußen ging glänzend aus demselben als Sieger hervor. Durch den Prager Friedensvertrag entsagte Östreich nicht allein seinen Ansprüchen als Präsidialmacht im deutschen Staatenbunde, sondern schied gänzlich aus demselben aus und erkannte den unter Preußens Führung zu stiftenden Norddeutschen Bund an. In Anerkennung seiner großen Erfolge wurde Bismarck nach beendigtem Kriege in den Grafenstand erhoben und zugleich zum Kanzler des Norddeutschen Bundes ernannt, dessen Angelegenheiten er mit so bedeutendem Geschick leitete, daß bei der im Jahre 1870 von Frankreich an Preußen erfolgten Kriegserklärung auch die Südstaaten sich dem Norddeutschen Bunde anschlossen und das ganze Deutschland vereinigt gegen den Feind in den Kampf ziehen konnte, aus dem es mit Lorbeeren gekrönt siegreich hervorging. Schon am 18. Januar 1871 ward König Wilhelm I. von Preußen unter Zustimmung aller deutschen Staaten im Schlosse zu Versailles als deutscher Kaiser proklamiert. Das große Ziel Bismarcks war erreicht. Die Einheit des bisher zerstückelten Vaterlandes war wiederhergestellt, ein mächtiges deutsches Reich unter der Führung Preußens gegründet, und die demselben drohenden Feinde waren besiegt und geschlagen. Am 20. Mai 1871 wurde von dem Fürsten und Reichskanzler Bismarck zu Frankfurt a/M. der Friede mit Frankreich unterzeichnet, durch welchen die früher von dem deutschen Reiche getrennten Herzogtümer Lothringen und Elsaß demselben wieder einverleibt wurden und Frankreich sich verpflichtete, an Deutschland eine Kriegsentschädigung von fünf Milliarden Franken zu zahlen. Die Eröffnung des deutschen Reichstages in Berlin, am 21. März 1871, gehört vielleicht zu den größten Triumphen dieses höchst seltsamen bewunderungswürdigen Mannes.

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