KRIEGSLIED EINER FÜNFZEHNJÄHRIGEN
Reading edition
Er stand monatelang jedesmal an der Ecke der Straße, wo ich vorübergehen mußte, halb elf vormittags. Dann schrieb er, er könne, er wolle ohne mich nicht mehr leben. Es schmeichelte mir riesig, aber ich dachte: Wie komme denn ich gerade dazu, sein Leben ihm zu erhalten?! Gestern ging ich zufällig beim Kriegsministerium vorüber, und las die Liste der Gefallenen. Er war darunter. Ich dachte: Vielleicht ist er mit meinem Namen auf den Lippen gestorben. Da bin ich also doch dazugekommen, ihm bei seinen Lebzeiten zu helfen!