Note 111 — Kapitel XIII. Die Religion der Eskimos.
Margarethe Langfeldt translation
Siehe J. Krohn: »Finnische Litteraturgeschichte«, Teil I, Kalevala (1891), Seite 165 ff. Moltke Moe hat mich auf diese Aehnlichkeit aufmerksam gemacht und mir sein Manuskript einer noch ungedruckten Abhandlung über ähnliche Sagen geliehen. Meist sind in diesen Himmel und Erde durch einen großen Baum verbunden, an dem die Menschen hinauf- und hinabklettern oder dergl. Der Mythus eines solchen Himmelsbaumes kommt fast auf der ganzen Erde vor. Wir finden ihn bei uns (Ygdrasil), in Polynesien, auf Celebes, Borneo, Neuseeland u. s. w. Bei den Vogulen verwandelt sich der Sohn der beiden ersten Menschen in ein Eichhorn, klettert an einem Baume in den Himmel und später wieder herab (vergl. A. Lang »Myth, Ritual and Religion« [1887], I, Seite 182, Anmerkung 2); bei den Indianern klettert der erste Mensch einem Eichhorn nach auf einen Baum und gelangt in den Himmel, aus dem er herabkommt, um Kultur zu bringen oder um seine Schwester zu holen (vergl. Tylor: »Early History of Mankind« second edition, Seite 349 ff.). Die Zigeuner an den Grenzen Siebenbürgens sprechen in ihrer Schöpfungssage u. a. von einem großen Baum, von dem Fleisch auf die Erde fiel und aus dessen Blättern die Menschen entstanden, (vergl. H. v. Wlislocki: »Märchen und Sagen der transsylvanischen Zigeuner«, Nr. 1). Der Zusammenhang der grönländischen Vorstellung mit diesen Mythen ist wahrscheinlich; daß der Baum bei den Eskimos verschwunden ist, ist ja ganz natürlich.