← Table of contents
Eskimoleben

Note 157 — Kapitel XIII. Die Religion der Eskimos.

Margarethe Langfeldt translation

Zugleich ist jedoch darauf aufmerksam zu machen, daß ähnliche Vorstellungen auch anderswo vorkommen. Auf Tahiti ist Oromatus, der mächtigste der Geister, ähnlichen Ursprungs, und bei den Polynesiern gelten Kinderseelen allgemein für gefährlich. (Vergleiche F. Liebrecht in »The Academy«, III [1872], Seite 321.) Was mir dafür zu sprechen scheint, daß die Grönländer ihren Angiak den Norwegern verdanken, ist der Umstand, daß andere Eskimostämme diese Vorstellung, soviel ich weiß, nicht kennen. Jedenfalls kann sie bei ihnen nicht allgemein verbreitet sein. Selbst unter den Sagen, die Holm von der Ostküste mitgebracht hat, ist des Angiaks nicht gedacht. Dagegen erzählt er mehrere, dem Anscheine nach ursprünglichere Sagen von gewöhnlichen Kindern, die zu Ungeheuern werden. (Vergleiche Mitteilungen über Grönland, Heft 10, Seite 287; Rink: »Märchen und Sagen der Eskimos«, S. 123, Supplementband, S. 125.) Eines darunter, das auf der Ostküste das Kind des Mondes und einer Frau ist (Mitteilungen über Grönland, Heft 10, S. 281), wird auf der Westküste statt eines Ungeheuers ein Angiak (vergleiche Rink: »Märchen und Sagen der Eskimos«, Supplementband, S. 150), was wohl um so mehr als spätere Umgestaltung gelten kann, als es auch auf der Westküste Varietäten giebt, in denen der Angiak ein gewöhnliches Kind ist.

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings