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Ehstnische Märchen. Zweite Hälfte

Note 83 — 20. Localsagen.

F. (Ferdinand) Löwe translation

Es wurden und werden vielleicht noch an vielen Orten Estlands die Todten mit allerlei Dingen ausgestattet, die man als die für das Jenseits unentbehrlichsten betrachtet, z. B. Nadel, Zwirn, Kopfbürste, Seife und Brot, Branntwein, eine kleine Münze: Kindern legt man wohl auch Spielzeug in den Sarg. Solche Verstorbene nun, welche in dieser Beziehung vernachlässigt wurden, gehen als nächtliche Heimgänger um und werfen den Angehörigen ihre Versäumniß vor. Boecler-Kreutzwald, S. 68, 69, 111. Die Inselschweden an den estnischen Küsten wissen von bösen Menschen, die aus ihren Gräbern zurückkommen, in den Stuben lärmen, sich in allerlei Gestalten verwandeln, Menschen und Thiere erschrecken u. s. w. Wenn der Hahn kräht, fliegen sie fort. Diese Wiedergänger heißen schwedisch ådelaupas. S. Rußwurm Eibofolke Th. 2, S. 262 ff, wo eine Menge Sagen und Züge von diesen gespenstischen Wesen gesammelt sind: Nach Ernst Willkomm kennt der Inselfriese ebenfalls Wiedergänger oder »Gonger«, Menschen, die in den Wellen ihren Tod gefunden haben und in Gestalt und Haltung Ertrunkener früheren Bekannten am Lande wieder erscheinen. S. dessen: Im Wald und am Gestade. Skizzen u. Bilder Thl. 1, S. 173. Vgl. noch Rußwurm, Sagen aus Hapsal, S. 122. Hurt, Beiträge zur Kenntniß estn. Sagen und Ueberlieferungen, Dorp. 1863, S. 21 ff. L.

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