Note 22112, 14 — NACHWEISE
Karl Eugen Neumann translation
»Früher, ihr Mönche, noch vor der vollen Erwachung, kam mir, dem unvollkommen Erwachten, Erwachung erst Erringenden, dieser Gedanke: ›Wie, wenn ich nun die Erwägungen nach der einen und nach der anderen Seite sonderte?‹ Und ich sonderte nun, ihr Mönche, die Erwägungen des Begehrens, Schadens und Wüthens nach der einen Seite, und sonderte die Erwägungen des Entsagens, Nichtschadens, Nichtwüthens nach der anderen Seite. Als mir nun, Mönche, bei diesem ernsten, eifrigen, heißen Mühn eine Erwägung des Begehrens aufstieg, sagte ich mir: {115} ›Aufgestiegen ist mir da diese Erwägung des Begehrens; und sie führt zu eigener Beschränkung und führt zu fremder Beschränkung, sie führt zu beider Beschränkung, rodet die Weisheit aus, bringt Verstörung mit sich, führt nicht zur Wahnerlöschung, führt zu eigener Beschränkung‹: da ich also sann, ihr Mönche, löste sie sich auf. ›Führt zu fremder Beschränkung‹: da ich also sann, ihr Mönche, löste sie sich auf. ›Führt zu beider Beschränkung‹: da ich also sann, ihr Mönche, löste sie sich auf. ›Rodet die Weisheit aus, bringt Verstörung mit sich, führt nicht zur Wahnerlöschung‹: da ich also sann, ihr Mönche, löste sie sich auf. Und so oft nun, ihr Mönche, eine Erwägung des Begehrens in mir aufstieg, da verleugnete, vertrieb, vertilgte ich sie eben.