Note 17 — ELFTER THEIL BUCH DER GÖTTERLACHE
Karl Eugen Neumann translation
Der Ausdruck dhammanetti, Richtschnur der Lehre, S. 47, ist noch im Mahāvastu gut erhalten, vol. III. p. 234 als dharmanetrī und saddharmanetrī, vol. II. p. 373: pralujyamāne jinavaraśāsanasmiṃ | dhāreti śāstu varadharmanetrī. Zu netti in anderer Komposition und allgemein cf. HARDY, Nettipakaraṇam p. VII f. und Lieder der Mönche Anm. zu v. 135.
Der sāmukkaṃsiko vinayo der beiden letzten Reden erinnert einigermaaßen an die correptio fraterna, wie sie S. ANTONIO DA PADOVA geübt wissen wollte. Ist auch natürlich bei ihm jene Klarheit nicht zu finden, so zeigt sich doch eine ähnlich eindringende, sorgfältig abwägende, liebevoll prüfende, mannhaft nüchterne Behandlung von Fall zu Fall wie bei uns, und immer eingedenk des hohen Zieles. Als ein Gegenstück z. B. der Geständnissannahme, oben S. 49, folge hier die korrelate kurze Stelle aus dem Sermo der feria tertia hebdom. tert. in Quadrag., ed DE LA HAYE 1739 fol. 87: »Debet haec correctio esse de praeterito, admonitio pro futuro, ut scilicet dicatur his verbis, Tale quid commisisti? sed super praeteritum admonitio non cadit: igitur caveas de futuro.«
Zum gesammten ursprünglichen vinayo, der radikal einfach gegründet, erst später aus dem śrautamūlam zu einem ārbudaghoṣadharmaśāstraśākhāntarajāṉgalam entwickelt wurde, cf. die wichtige 65. Rede S. 178 der Uebersetzung, ‚je schlechter der Orden, desto mehr der Regeln‘: ein Motto, das genau einem solchen des TACITUS entspricht, »corruptissima re publica plurimae leges.« Vorher nämlich hatte der große Beobachter der Menschen und Dinge dieses Verhältniss schon ganz in unserem Sinne, eben der indischen und der antiken Anschauung überall gemäß, erklärt: »Vetustissimi mortalium, nulla adhuc mala libidine, sine probro, scelere, eoque sine poena aut coercitionibus agebant, neque praemiis opus erat, cum honesta suopte ingenio peterentur; et ubi nihil contra morem cuperent, nihil per metum vetabantur.« Ab exc. Aug. III, 26, 27. — Cf. dazu die Anm. 62.