V.
Reading edition
Die Freier.
Rein, wie die Rose von Eden, erblüht Rosa, die herrliche Maid; Hauchend den Balsam in wundes Gemüth, Heilung in Kummer und Leid.
Nektar, wie Hebe, zu spenden bereit, Kämpfern mit bösem Geschick; Und zu verklären die Trübe der Zeit, Hell, mit dem sonnigen Blick': Also nur war sie danieden, der Welt, Himmel zu gründen bedacht! — Tage so wurden zu Tagen gesellt, Süss, wie die Träume der Nacht!
Venus Urania — sie nur beseelt, Rosa dich, ohne Gefahr! Aber — auch Venus von Knidos erwählt Treiden zu ihrem Altar! Amor entsandte, mit Zaubergewalt, Pfeile von seinem Geschoss; Manche der Freier, von Heldengestalt, Hält er gefangen im Schloss! Lüstlinge reden von Wappen und Stand, Preisen im Grabe den Ahn; Zierlinge bieten vermessen die Hand; Rühmen, was Jeder gethan. Zärtliche Buhlen, von altem Geschlecht', Malen die Ferne so klar! Redliche — lieben nur schlicht und gerecht, Doch die Gefühle sind wahr. Aber — ob Mancher dem Auge gefiel; Ob er auch liebe, so heiss! Keiner gewann sich das herrliche Ziel: Liebe für Liebe den Preis!