Note 217 — Anmerkungen.
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Mit Put(t)lak = Hunger (Appetit, auch Gier) ist gebildet die Verbdg. grandich P. (= gr. Bogelo), also = Heißhunger. Zu vgl. (aus d. verw. Quellenkr.): Pfulld. J.-W.-B. 340 (Buttlak = Hunger); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 69 (puttlachen = essen). — In der Form Buttlack (nebst d. Adj. buttlakig = hungrig) tritt die Vokabel auch sonst im Rotw. des 19. Jahrh. auf (vgl. z. B. Pfister 1812 [296] u. bei Christensen 1814 [318]; v. Grolman, Aktenmäß. Gesch. 1813 [313] u. W.-B. 12 u. T.-G. 103; Karmayer 24). Etymologie: Der erste Bestandteil des Wortes gehört wohl ohne Zweifel zu butten = essen (worüber das Näh. schon oben S. 38, Anm. 130 unter „Abendessen“). Einige Schwierigkeiten macht dagegen die Endung -lak. Vielleicht dürfte sie in Beziehung gesetzt werden zu dem rotw. bezw. geheimspr. Adj. la(c)k = schlecht, böse, schlimm u. dgl. (s. z. B. aus dem verw. Quellenkr.: Dolm. der Gaunerspr. 100 [lack = übel]; Pfullend. J.-W.-B. 337, 338, 344 [lak = abgemattet, bös, schlimm]; Schwäb. Händlerspr. 480, 486 [lack = dumm, schlecht (in Pfedelb. [209] auch bös, vgl. ebds. lacke Schix = Dirne)]; mit flekt. Endung [laker = liederlich,falsch], bei Schöll 272, womit zu vgl. locker = falsch, schlecht bei Pfister bei Christensen 1814 [325], zu welcher Form dann wieder noch lock = klein, schlecht, arm usw. in dem [freilich nicht mehr verwandten] Hennese Flick von Breyell [456] paßt). Danach wäre dann Put(t)lak od. Buttla(c)k zu deuten etwa als Umschreibung für „(mit dem) Essen (steht es) schlecht“ oder als reine Negation „Essen — nicht“. Fraglich bleibt übrigens auch noch die Herkunft des Adj. la(c)k. Während z. B. Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 910 ff. das zigeun. láko = „leicht, gering“ (Finck, S. 69) herangezogen hat, ist darin vermutl. eher eine mundartl. Nebenform zu lau = „nicht frisch, matt, abgestanden, ohne Salz, ungewürzt“ u. dgl. (vgl. Schmeller, Bayer. W.-B. I, Sp. 1432; Grimm, D. W.-B. VI, Sp. 34 vbd. m. Sp. 285/86) zu erblicken (nach gefl. Mitteilungen von Dr. A. Landau).