Note 212 — Anmerkungen.
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Stöber = Baum (Dimin. Stöberle = Bäumchen) wird auch als Bezeichnung einzelner Baumarten gebraucht, für die keine besonderen jenischen Ausdrücke vorhanden sind (vgl. d. W.-B. unter „Birke“), so für Birke, Buche, Eiche und Fichte. Dagegen sind für andere Bäume (bzw. baumartige Gewächse) besondere Zusammensetzgn. mit Stöber gebildet worden, so (außer Bommerlingstöber) noch: Stielingstöber = Birnbaum, Scharriselestöber = Kirschbaum, Staubertsäftlingstöber = Mehlbeerbaum, Krächer(le)stöber = Nußbaum, Blaulingstöber = Pflaumenbaum, Jahre- oder Kracherstöber = Tanne (vgl. oben S. 108, Anm. 179, lit. a u. b), Kupferstöber (eigtl. etwa „Grasbaum“) = Weidenbaum, Jo(h)lestöber = Weinstock, Blauhanzestöber = Zwetschgenbaum. Andere Zus. mit Stöber (am Anfang stehend) sind noch: Stöberspraus = Baumholz oder Stamm (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeunerspr.), Stöberschmaler = „Baumkatze“, d. h. Eichhörnchen (s. betr. Übereinstimmg. m. d. Zigeunerspr. schon. „Vorbemerkung“, S. 18 sowie noch unter „Baumkatze“), Stöbersschure oder -sore = Obst. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Schöll 271 (Steber = Baum); Pfulld. J.-W.-B. 338 (Stöberling, vgl. [337] Pommerlingsteberling = Apfelbaum); in der schwäb. Händlerspr. (479, 487) ist dagegen nur Stemmerling = Baum, Stock bekannt. Die Etymologie des (auch sonst noch im Rotw. [bes. in d. Form Steber] vorkommenden) Wortes ist unsicher; vielleicht gehört es zu unserem „Stab“ od. damit stammverw. Ausdr. in andern Sprachen (vgl. bei Weigand, W.-B. II, Sp. 940 unter „Stab“: lit. stabarai = „trockene Baumäste“). Miklosich, Beitr. III, S. 19 (unter „Steber“) hat zunächst slaw. Ursprung (vgl. neusl. steber = „Säule“ u. bes. serb. stabar = „Stamm“) vermutet.