Note 984 — Anmerkungen.
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Mit Jerusalemsfreund = Schaf (Hammel) sind gebildet die Verbdgn. grandich Jerusalemsfreund = Schafbock u. folgende Zus.: Jerusalemsfreundbenk od. -schure = Hirt, Schäfer, Jerusalemsfreundmodel = Schäferin, Jerusalemsfreundkib = Schäferhund, Jerusalemsfreundschenegler = Schäferknecht, Jerusalemsfreundstenkert = Schafstall, Jerusalemsfreundstrauberts (d. h. eigtl. „Schafhaare“) = Wolle (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun.). — Diese auffällige Bezeichnung (die nach e. Mitteilg. Wittichs bes. bei den Bürstenhändlern u. Schirmflickern des schwäb. Dorfes Lützenhardt gebräuchlich sein soll) findet sich weder in dem verw. Quellenkreise noch m. Wiss. sonst im Rotw. u. ihm verw. Geheimsprachen. Zur Erklärung dürfte vielleicht herangezogen werden die Verwendung des Ausdr. Jerusalem für eine bestimmte Kleesorte (Jerusalemsklee, Trifolium hierosolimitanum; vgl. Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 94) wie überhaupt auch sonst noch in Pflanzennamen (vgl. dazu schon Frisch, Teutsch-Latein. W.-B., Berl. 1741, Bd. I, S. 186; Grimm, D. W.-B. IV, 2, Sp. 2312; Schweiz. Idiot. III, Sp. 67). Da nun schon im ältern Rotw. für das Schaf die Benennung Kleebeißer gebräuchlich gewesen (s. z. B. A. Hempel 1687 [169] u. dann öfter; vgl. Groß’ Archiv, Bd. 38, S. 276), so wäre der Übergang hiervon zu dem „Freund“ guten Klees, dem „Jerusalemsfreund“, wohl leicht gegeben.