Note 794 — Anmerkungen.
Reading edition
Übereinstimmende Umschreibung des deutschen Ausdrucks auch bei den Zigeunern; s. Liebich, S. 199 (telstūno pīro [d. h. „der untere Fuß“] = Fußsohle); vgl. auch schon „Vorbemerkg.“, S. 17. Das Adj. unterkünftig = unterer — als Adv. gebr. = unten — (im Gegensatze zu oberkünftig = oberer, als Adv. = oben [s. Näh. unter „Gaumen“]) kommt auch noch vor in den Verbindgn.: unterkünftige Kluft = Unterkleid u. unterkünftiger Malfes = Unterrock. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): W.-B. des Konst. Hans 256 (unterkönig = unten); Pfulld. J.-W.-B. 340, 345 (unterkönig = hinab [Gegens.: oberkönig = hinauf] u. unterkimig [besser wohl zu lesen: unterkinnig] = unten; vgl. auch inner-, usler- u. ennenkönig = hinein, hinaus, hinüber); Schwäb. Händlerspr. 487 (unterkünftig = unten; vgl. [484]: oberkünftig = oben). Auch im sonstigen Rotw. findet sich die Vokabel, u. zwar schon seit dem 18. Jahrh. (s. W.-B. v. St. Georgen 1750 [219]: unterkünftig = unten, Gegens. [218]: oberkünftig = oben), während sie in neuerer Zeit wohl bes. in der Kundensprache fortlebt (vgl. z. B. Ku. III, 429 u. Ostwald [Ku.] 159 vbd. m. Ku. III 427 u. Ostwald [Ku.] 109 [Gegenstz.: oberkünftig]), obgleich sie in der schwäb. (Gaun.- u.) Kundenspr. fehlt, die dafür (76) aber hinterkünftig = hintenherum kennt. Etymologie: Man darf wohl mit A.-L. 557 (unter „kenntlich“) u. 579 (unter „oberkünftig“) den zweiten (zu einer „Verstärkung“ der Ortsbezeichnung dienenden) Bestandteil des Wortes (-künftig, verunstaltet zu -kinnig, -könig usw.) — gleich unserem gemeinspr. Adj. künftig — zu dem jetzt nur noch in Zusammensetzgn. (wie Ankunft, Herkunft, Zukunft) gebräuchl. Subst. Kunft (mhd. kunft, kumft) = „das Kommen“, einem „Verbalabstraktum“ zu dem Zeitw. kommen (vgl. Weigand, W.-B. I, Sp. 1172), in Beziehung setzen.