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Die jenische Sprache

Note 185 — Anmerkungen.

Reading edition

Mit schniffen = anpacken, erfassen, nehmen, holen (Spr.), bes. aber = stehlen (entwenden, rauben, berauben) sind noch zusammengesetzt: aus-, heraus- u. wegschniffen = aus-, heraus-, wegstehlen. Ableitungen: die Subst. Schniffer = Dieb, Gauner, Räuber (dazu die Zus. Schnifferulma = Diebesbande) u. Schnifferei = Diebstahl sowie das Adj. schniffich = diebisch. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Pfulld. J.-W.-B. 337, 339, 345 (schniffen = ausplündern, stehlen, als Subst. Schniffen = Diebstahl); Schwäb. Händlerspr. 486, 487 (schniffen = stehlen [ausplündern (s. Pfedelb. [208])], Schniffer = Strolch). Übrigens sind die Vokabeln schniffen, Schniffer (Nebenf. schnipfen [auch schnüffen] u. Schnipfer) u. Schnifferei schon dem Rotwelsch des 17. u. 18. Jahrh. bekannt gewesen (vgl. z. B. A. Hempel 1687 [168: schniffen = „mausen“, Schnifferey = „Mauserei“, ein grandiger Schniffer = „ein rechter Erzdieb“, Hornickel-, Trabertschniffer = Kuh-, Pferdedieb]; Waldh. Lex. 1726 [187-189, 190: alles im wes. ebenso, außerdem noch für Pferdedieb auch Zußgenschniffer u. Schniffer auch = „einer, der das Geld aus der Ficke (Tasche) ziehet“]; Münchner Deskription 1727 [192: schniffen u. das Schniffen oder Rauben]; Basl. Glossar 1733 [202: schnüffen = stehlen]; Hildburgh. W.-B. 1753 ff. [288, 231: geschnipft = gestohlen, Schnipffer = „Spitzbub“]; Körners Zus. zur Rotw. Gramm. v. 1755 [241: schniffen od. schnipfen = stehlen]). Zur Etymologie s. Landau im Schweiz. Archiv für Volksk., Bd. IV, S. 240 vbd. mit Grimm, D. W.-B. IX, Sp. 1333 (unter „schnipfen“, Nr. 3). Danach bedeutet schnipfen od. schniffen mundartlich (so z. B. im Schwäbischen [vgl. Schmid, Schwäb. W.-B., S. 474]) soviel wie „mit einer schnellen Bewegung etwas wegschnappen, entwenden, listig stehlen“; es ist hauptsächl. auf die oberdeutschen Mundarten beschränkt geblieben; vgl. u. a. noch Schmeller, Bayer. W.-B. II, Sp. 578 u. Hügel, Wien. Dial.-Lex., S. 143.

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