Note 731 — Anmerkungen.
Reading edition
Mit Kafler = Fleischer (Metzger, Schlächter) finden sich folgende Zusammensetzgn.: a) am Anfang: Kaflerkitt = Metzgerhaus (u. dazu die weitere Verbdg. grandich Kaflerskitt = Schlachthaus); b) am Ende: Kibekafler = Hundemetzger, Stupfelkafler = Igelmetzger, Horboge- od. Bogakafler = Kuh- (ersteres auch Rindvieh-) Metzger, Trabert-, Hornikel-, Groenikelkafler = Pferde-, Ochsen-, Schweinemetzger. Ableitungen von Kafler sind das Zeitw. kaflere = schlachten (s. dazu die Zus. niederkaflere = niedermetzeln) u. das Subst. Kaflerei = Metzgerei (s. dazu die Zus. Kaflereischnall = „Metzelsuppe“). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 98 (Kafler = Schinder); Pfullend. J.-W.-B. 338, 340, 341, 344 (Kaffler = Abdecker, Metzger, Kafler = Henker, Schinder, Kaflerei = Schinderei, kaflen = schlachten); Schwäb. Händlerspr. 480, 484, 485 (Kâfler = Metzger, Schinder [in U. (213) = Gendarm], kâfelen = schlachten, Kâfel = Fleisch von verrecktem Vieh). Etymologie: Der Ausdruck, der im Rotwelsch (wie auch schon aus den angeführten Belegen des verw. Quellenkreises ersichtlich ist) ursprünglich die engere Bedeutung von „Abdecker“ oder „Schinder“ (dann auch wohl von „Henker“) gehabt hat, ist offenbar nur eine Weiterbildung des gleichbed. älteren Caviller od. Kafiller u. ä., über dessen Ursprung die Ansichten zwar noch nicht ganz einig sind, auf das aber jedenfalls — selbst wenn man es zunächst vom Hebräischen (syr. kephál = „abdecken, ziehen“) herleiten will — doch auch das md., früher auch hochd. fillen (mhd. villen) = „das Fell abziehen“ Einfluß geübt haben wird. So jetzt auch Seiler, Lehnwort IV, S. 490; vgl. Näheres noch in Groß’ Archiv, Bd. 42, S. 36 ff. (unter „Caviller“; s. hier insbs. auch S. 38, lit. e u. f betr. die notw. Belege für Kaf[f]ler u. Caffler). Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 146 (unter „Kafler“) gibt keine bestimmte Erklärung.