← Table of contents
Die jenische Sprache

Note 687 — Anmerkungen.

Reading edition

Hamore = Streit (Fehde, Gefecht, Geschrei, Gezänk, Handgemenge, Kampf, Prügelei, Schlägerei) erscheint in Wittichs W.-B. gewissermaßen als Synonym zu More (= Prügelei, Streit) od. Morerei (= Geschrei, Gezänk, Streiten), die wohl gleichen Stammes sein dürften (s. d. Etymologie). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): W.-B. des Konst. Hans 255 (Hamore = Händel); Schöll 272 (ebenso); Pfulld. J.-W.-B. 340, 345 (More = Händel, Mori = Streit, Zus. Morekaffen [lies: -kaffer] = „bestohlene Diebsverfolger“); Schwäb. Händlerspr. 479 (Môrest od. Mores = Angst, in U. [214]: Mōre = Streit u. mōre[n] [in Lütz. (214): hamūre(n)] = streiten); s. auch Pfälz. Händlerspr. 438 (Môres = Angst). Über weitere Belege im Rotw. sowie d. Etymologie s. noch Näh. in Groß’ Archiv, Bd. 48, S. 334, Anm. 4. Da das Pfulld. J.-W.-B. (340) More durch ganz denselben Ausdruck („Händel“) verdeutscht wie die älteren rotw. Quellen Hamore, so läßt dies wohl darauf schließen, daß es sich hier um dasselbe Wort handelt. More aber (von dem weiter Morerei — ev. durch Vermittlung eines Zeitw. mōren [s. Schwäb. Händlerspr. in Lütz. (214)] — leicht gebildet werden konnte), dürfte wohl zu dem hebr. môrâ’ = „Furcht“ gestellt werden, wie es denn auch im Rotw. (des 19. Jahrh.) mehrfach durch „Angst“ od. „Furcht“ wiedergegeben ist (u. ebenso in d. Schwäb. u. Pfälz. Händlerspr. [s. oben]). Jedenfalls erscheinen diese Hypothesen wohl weniger gesucht als die bei Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 1093 — allerdings nur mit einem Fragezeichen — aufgestellte, wonach zu Hamore das hebr. chămôr = „Esel“ herangezogen worden.

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings