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Die jenische Sprache

Note 165 — Anmerkungen.

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Grandicher Flederling heißt wörtlich „großer Vogel“, während grandich Flederling = Storch, eigentlich wohl durch „größter Vogel“ (d. h. der in Deutschland bekannte größte Vogel) wiederzugeben sein dürfte mit Rücksicht auf das, was Wittich an anderer Stelle (s. unter „Bischof“) über den Gebrauch von grandich (im Gegensatz zu grandicher) als Superlativ im Jenischen ausgeführt hat (vgl. dazu auch schon „Vorbemerkung“, S. 17, Anm. 42 u. Näh. noch in m. Anm. zu „Bischof“). — Mit Flederling (od. Fläderling) schlechthin werden auch einzelne Vogelarten bezeichnet, so die Elster, der Kuckuck, der Star und die Taube (vgl. dazu „Vorbemerkung“, S. 16). Aber auch manche Zusammensetzungen mit dem Worte finden sich sowohl für bestimmte Gattungen von Vögeln (s. Schallerflederling = Singvogel, Flu[h]teflederling = Wasservogel) als auch für einzelne Arten. So kommt Schallerflederling auch spezieller für die Amsel und den Kanarienvogel und Flu(h)teflederling für die Bachstelze (als e. Art Übersetzung) vor (neben der Bezeichng. jenischer Flederling, worüber das Näh. noch weiter unten bei „Bachstelze“); vgl. ferner: Stämpfflederling (eigtl. „der schimpfende Vogel“) = Elster (s. d. betr. Übereinstimmg. mit der Zigeunerspr.), Leile- od. Ratteflederling (d. h. „Nachtvogel“) = Eule (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeunerspr., vgl. auch oben S. 37, Anm. 127), Begerflederling (d. h. „Totenvogel“) = Käuzchen, Steineule (vgl. dazu schon oben S. 98, Anm. 157), Schmuserflederling (d. h. „der sprechende Vogel“) = Papagei (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeunerspr., vgl. auch schon „Vorbemerkung“, S. 18), Dofeflederling (d. h. „der schöne Vogel“) = Pfau (s. d. betr. Analogie im Zigeun., vgl. auch „Vorbemerkung“, S. 18, Anm. 47), Schofeleiflederling (d. h. „Unglücksvogel“) = Rabe (vgl. „Vorbemerkg.“, S. 19, Anm. 49) u. Furschetflederling (d. h. „Gabelvogel“) = Schwalbe (nach deren gabelförmigem Schwanze; s. betr. die Übereinstimmg. mit d. Zigeun. unter „Schwalbe“). Beachtenswert ist, daß Flederling in gewiss. Zus. auch für andere Tiere (Insekten) vorkommt, so in Kupferflederling = Heuschrecke und Schundflederling = Mistkäfer. Seltener sind endlich Zus., in denen das Wort vorangesetzt ist, so: Flederlingskitt = Vogelbauer, Fl.-bäzeme = Vogeleier, Fl.-nolle = Vogelnapf u. Fl.-schnellen = Vogelschießen. — Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 101 (Fletterling = Vogel); Schwäb. Händlerspr. 488 (Fläterling = Vogel [in Pfedelb. (213): Flätterling auch spezieller = Taube, wozu noch bemerkt sei, daß gerade diese engere Bedeutg. im alten Rotw. zuerst vorkommt; s. z. B. Hildb. W.-B. 1753ff (227) u. Rotw. Gramm. n. 1755 (18. u. D.-R. 47)]). Seiner Etymologie nach gehört das Wort natürlich zu „flattern“; s. Günther, Rotwelsch, S. 60 vbd. mit Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1545 (unter „Flätterling“). —

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