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Die jenische Sprache

Note 518 — Anmerkungen.

Reading edition

Lore (lore) = nichts, nicht, auch wohl: nein (Spr.) ist sonst m. Wiss. in den Quellen nicht anzutreffen. Wahrscheinlich liegt hier aber nur eine Verunstaltung (wenn nicht gar ein Schreibfehler für Lone (lo[h]ne) vor, das vereinzelt schon im ältern Rotw. (etwa seit d. 18. Jahrh.) in den Bedeutungen „nichts“ (nicht), nein (auch: „niemand“) vorkommt (s. z. B. Körners Zus. zur Rotw. Gramm. v. 1755 [241 unter „wächeln“: lone = nichts]; Krünitz’ Enzyklopädie 1820 [351: Lohne = niemand, nein]; v. Grolman 43 u. T.-G. 112, 113 u. Karmayer G.-D. 208 [lo[h]ne = nein, nicht, nichts]). Dieses aber ist seinerseits (nach Weber-Günther, S. 156) vermutlich eine Abkürzung der volleren Form lolohne, laulo(h)ne, die in den älteren jüdisch-deutschen Glossaren durch „mit nichten“ u. dergl. wiedergegeben ist (s. z. B. v. Reitzenstein 1764 [247]; vgl. Thiele 273) und auch im Rotw. den Begriff einer bes. starken Verneinung an sich trägt (s. z. B. Kluge, Rotw. 325, 367; vgl. auch 441). Es entspricht dem hebr. lô lânû, d. h. eigtl. „nicht uns“ (s. schon Thiele 272, Anm.**), einer Abwehrformel bei Erwähnung schädlicher Sachen, eines traurigen Ereignisses, also etwa „Gott behüte“ (nach gefl. Mitteilg. von A. Landau). Das einfache lo (loo), lau, law u. a. = nicht (nichts), nein ist im Rotw. öfter anzutreffen (s. Belege bei Weber-Günther, a. a. O.), so namentl. auch in dem schwäb. Quellenkr.; vgl. Dolm. der Gaunerspr. 97 (lau = nein); W.-B. des Konst. Hans 255 (ebenso); Schöll 270 (Form: ebenso, Bedtg.: nichts); Pfulld. J.-W.-B. 342 (lau, lo = nichts); Schwäb. Händlerspr. 484 (lo = nicht); s. auch Pfälz. Händlerspr. 438 (lô = nein); merkwürdig die Form lopach = nichts (es ist nichts) in der schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 73 (während nein dort none heißt). Zur Etymologie von lo, lau (u. s. Nebenbedeutg. „falsch, schlecht“) s. noch A.-L. 565 (unter „Lametaleph“); vgl. auch Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1020 u. 1261.

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