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Die jenische Sprache

Note 157 — Anmerkungen.

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Begeren bedeutet: sterben, umkommen, auch spezieller ersticken. Dazu das Partiz. begert = gestorben, verstorben (entleibt, entseelt, leblos, starr, tot) sowie die Negation begert nobis (eigtl. „stirbt nicht“) = unsterblich und die Zus. Begertflössling (d.h. „toter Fisch“) = Hering. Als Subst. gebraucht ist Begert = Leiche. Die dafür sonst im Rotwelsch vorkommende Vokabel Beger u. ähnl. (auch = Tod), das Stammwort für das Zeitw. begern (vgl. unter „Etymologie“), ist für sich allein in Wittichs Vokabular nicht angeführt, wohl aber sind damit (od. vielleicht auch bloß mit dem Stamme beger- des Zeitw. begeren) zahlreiche Zusammensetzgn. gebildet worden, so Begersins = Arzt (Doktor), auch bes. Wundarzt (u. dazu die Verbdg. schofler Begersins = Quacksalber), Begerschure = Gottesacker (Kirchhof), auch Grab, Gruft, Begerkies = Grabstein, Leichenstein, Begerfläderling = Käuzchen, Steineule (vgl. dazu betr. die Übereinstimmg. mit der Zigeunerspr. schon „Vorbemerkung“, S. 18 sowie unter „Käuzchen“), Begerkitt = Krankenhaus (Siechenhaus, Spital) u. Leichenhaus (vgl. grandiche B. = Hospital, Lanenger B. = Lazarett, u. das Dim. Begerkittle = Sarg [s. dazu schon oben S. 44, Anm. 147 unter „Abort“]), Begergadscho od. Begerkaffer = Leichenbeschauer, letzteres auch Totengräber, Begersauft = Leichenbett (Sterbe-, Totenbett), Begermoss = Leichenfrau, Begerbikus = Leichenschmaus, Begerbochdam = Leichentuch, Begerkluft = Sterbekleid, Begersore = Totenbahre, Begerkritzler = Totenschein. Ableitungen (von begeren) sind: das Subst. Begerei = (das) Sterben, Krankheit, auch speziell Seuche, u. das Adj. begerisch = sterblich, krank (gebrechlich, leidend, unpäßlich) u. speziell lahm (daher: begerisch bosten = lahm gehen; vgl. ferner die Negat. nobis begerisch = wohl [gesund], die Verbdg. begerische Mufferei = Totengeruch u. die Zus. Begerischsauft = Krankenbett). Auch als Subst. wird Begerisch gebraucht = Siechtum oder spezieller: Epilepsie (Fallsucht), während grandich Begerisch die Schwindsucht bedeutet. Zu vergl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 95 (begerisch = krank, vgl. auch 98: begerisch gekeilt werden = hart geschlagen werden); Schöll 271, 273 (Beger = Tod, begern = sterben); Pfulld. J.-W.-B. 341, 345 (bäkeren = sterben, bägeret = gestorben, bäkeret = tot, Bäkerei = Krankheit, bäkerisch = krank, Bäkerischkitt = Krankenhaus); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 67, 72, 76 (begern = sterben od. krank sein [hierfür auch bechern], abgebegert = gestorben, Begerer = Arzt, Begerwinde = Krankenhaus); Schwäb. Händlerspr. 486, 487 (bêkeren = sterben [vgl. in Pfedelb. (213): bägert u. beechert = gestorben], bêkerisch [in Pfedelb. (213): beecherisch] = sterbenskrank, todkrank, Bêkerwinde = Spital). Zur Etymologie (vom hebr. peger = „Leichnam“) sowie über weitere Belege im Rotw. s. Näh. in Groß’ Archiv, Bd. 42, S. 69 u. Anm. 1 (unter „Begerschaberer“) vbd. mit Bd. 43, S. 29 (unter „Pöckerer“). Vgl. auch noch Fischer, Schwäb. W.-B. I, Sp. 576 vbd. mit Sp. 363/64 (unter „auf-bägere[n]“).

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