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Die jenische Sprache

Note 475 — Anmerkungen.

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Betr. Flu(h)te s. abbrühen. — Das Wort Sore nimmt eine ähnliche Aushilfsstellung ein wie (das auf denselben Stamm zurückzuführende) Schure (vgl. „Einltg.“, S. 24 u. „Vorbmkg.“, S. 16), jedoch kommt es für sich allein doch seltener vor als letzteres und auch in Verbindgn. u. Zusammensetzgn. mit anderen Vokabeln erreicht es nicht die gleiche Beliebtheit wie Schure. a) Ohne Zusatz erscheint es gebraucht: α) für Tiere: im Sinne von „Vieh“; β) für Sachen: in den Bedeutgn. „Ding, Sache“, ferner „Ware“ (wohl die ursprüngl. Bedtg.) u. spezieller noch: Porzellan, Zwirn sowie versch. Produkte des Pflanzenreichs, näml.: Erbsen, Linsen, Pfeffer und Zwiebeln. b) Eine Verbindg. mit Sore für einen allgemeinen (abstrakten) Begriff ist grandich Sore (ebenso wie gr. Schure) = Reichtum, Überfluß, Vermögen (eigtl. = „[sehr] viele Dinge“; vgl. dazu oben unter „Bischof“). c) Zusammensetzgn. mit Sore sind: α) im Anfang: Soreschottel = Erbsen- od. Linsenschüssel, aber auch: Pfefferbüchse und Porzellantasse u. Sorebrandling = Zwiebelkuchen; β) am Ende: (außer Flu[h]tesore, das noch die Nebenbdtg. „Wasserfaß“ hat, noch): Stöbersore = Obst, Kupfersore (d. h. eigtl. „Grasding“) = Sense, Begersore = Totenbahre, Pfladersore = Wäsche, Johlesore = Weinfaß, Säftlingsore = Weinberg, Rondlingsore = Wursthaut. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr. [in dem der Aushilfscharakter des Wortes im allgem. noch nicht so scharf hervortritt wie in Wittichs Jenisch]): Dolm. der Gaunerspr. 89, 95, 99, 101 (Sore = allerhand Ware, Mette Sōre = Barche[n]t [zu Mette = Bett, vom jüd. mittō, hebr. mittā; s. Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1642], g’socht Sore = Krämerware, Gschock Sore = gestohlene Marktware); W.-B. des Konst. Hans 253 (Sore = „die in den Kammern und Kisten befindliche Ware“); Schöll 272 (Sore = Ware, Achelsore = Eßwaren); Pfulld. J.-W.-B. 339, 341-343, 345, 346 (Sore = Ware, Zeug, Sache, Achselsore od. schluckige Sore = Eßwaren, Lebensmittel, Speisen, Kangerisore = Kirchengerät [zu Kangeri = Kirche, aus d. Zigeunerspr.; vgl. z. B. Finck, S. 63], Sichereisore = Küchengerätschaften); Schwäb. Händlerspr. 488 (Sore = Ware). Über weitere Belege im Rotw. und die Etymologie des Wortes (die die gleiche wie die von Schure ist) s. Groß’ Archiv, Bd. 38, S. 241/42; vgl. oben unter „abbiegen“.

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