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Die jenische Sprache

Note 122 — Anmerkungen.

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Das Zeitw. derchen erscheint im wes. als Synon. zu dalfen (Bedeutg. also bes.: betteln, ferner begehren, bitten (daher abderche auch = abbitten), [er]flehen, fordern, verlangen); vgl. dazu die Verbindg. derchter Lehm = Bettelbrot (wörtl. „gebetteltes Brot“). Weitere Zusammensetzungen: anderchen = anbetteln, auch wohl bederchen = bedanken, danken. Ableitungen: die Subst. Dercher = Bettler (fem.: -ere) u. Dercherei = Bettelei (auch Gesuch) u. das Adj. dercherich = dürftig (ärmlich, bettelhaft), verarmt, das auch als Subst. gebraucht wird (Dercherich = Mangel, Not). Beliebt sind allerlei Zus. mit Dercher, so: Dercherbich (eigtl. = Bettelgeld, dann) = Almosen (s. d. betr. Übereinstimmung mit d. Zigeun.), Dercherulma = arme Leute (Bettelleute), Dercherkritzler = Bettelbrief, Dercherfiesel, -kaffer, -model, -moss = Bettelbube, -mann, -mädchen, -frau, Dercherrande, -stenz = Bettelsack, -stab. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 90, 93 (därgen = betteln, Daerge-stozem = Handwerksbursche); (Pfulld. J.-W.-B. 338 (türchen); Schwäb. Händlerspr. 479 (derchen, in Pfedelb. [213] auch: Dercherkitt = Bettelhaus). Die Etymologie ist unsicher (vielleicht zu hebr. dereq, jüd. derech = „Straße, Weg“, jedoch ev. mit Einfluß deutscher Wörter); s. Näh. in Groß’ Archiv, Bd. 38, S. 284/5 u. Anm. 2 u. 3 (unter „Derfen-Schin“); vgl. auch Fischer, Schwäb. W. B. II, Sp. 74 u. 159 (unter „därgen“ und „derchen“).

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