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Die jenische Sprache

Note 148 — Anmerkungen.

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Der Ausdr. Schmelzkitt gehört zu dem Stamme schmelz- des Zeitworts schmelza = „austreten (schwer)“, d. h. cacare. Eine ähnl. Zus. damit ist auch Schmelznolle = Nachthafen. Ableitungen davon sind: die Subst. Schmelzer = After, Hinterer u. Schmelzede = „Abweichung“ (d. h. Diarrhöe). Nicht zu Schmelzer im obigen Sinne zu stellen, sondern unmittelbar von dem Zeitw. schmelzen abzuleiten ist die Zus. Buxenschmelzer = Feigling, die wörtlich dem gleichbed. südd. „Hosenscheißer“ (vgl. dazu Groß’ Archiv, Bd. 56, S. 183) entspricht. Zu vergl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 37 (schmelzen = Notdurft verrichten); Pfulld. J.-W.-B. 337 (Schmelzkitle od. Schmelzköhrle = Abtritt); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 66, 68, 74 schmelzen = cacare, Schmelzer = Podex, Schmelzgusch = Abtritt [vgl. betr. -gusch, wohl zu franz. coucher: Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 936)); Schwäb. Händlerspr. 479, 480, 485 (hat ebenfalls schmelzen, Schmelzer u. Schmelzgusch [od. -kanti, in U. (213): Schmelzkitt, in Pfedelb. (208): Schmelzkittle] in gleichem Sinne). Die Etymologie des Wortes ist zwar nicht ganz sicher, doch dürfte es kaum zu gewagt sein, darin nur eine Begriffsverengerung zu erblicken von unserem gemeinsprachl. schmelzen = „flüssig werdend zergehen“ od. vielmehr von dessen transit. Bedeutg. „schmelzen machen, in Fluß bringen“. S. Näh. bei Weigand, W.-B. II, Sp. 747. (bes. (für die Bedeutg. im Jenischen) zu beachten dort: altnord. melta = „verdauen“); vgl. ferner bei Grimm, D. W.-B. IX, Sp. 1025 (unter „schmelzen“, Nr. IV): ndl. smelten - „stercus liquidum egerere“.

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