Note 379 — Anmerkungen.
Reading edition
Kochem hat im W.-B. noch folgende Bedeutungen: gelehrt, gescheit, klug, schlau, vernünftig, verschlagen, verschmitzt, verständig. In dem verw. Quellenkreise der älteren Zeit tritt das Wort nur in dem bekannten engeren Sinne von „gaunerisch“, „auf die Gauner bezüglich“ u. dgl. oder in d. R. vielmehr substantivisch gebraucht für „Gauner“ („Spitzbube“, „Dieb“) u. ä. auf, während es in der neueren Zeit dann wieder mehr seine ursprüngliche Bedeutung (vgl. unten „Etymologie“) — von „klug“, „gescheit“ usw. — angenommen hat, also mit Wittichs Jenisch übereinstimmt (s. auch schon „Einleitung“, S. 28 u. Anm. 92 vbd. mit „Vorbemerkung“ S. 5, Anm. 8). Vgl. Dolm. der Gaunerspr. 91, 93, 94 (Kocheme [sing.] = Spitzbub, Kocheme-Kitt = Diebsherberge, Kocheme Grunerej od. Gascherey = Diebshochzeit, Kochemgeis = Diebsvolk u. a. m.); W.-B. des Konst. Hans 256 (Kochem = Dieb); Schöll 268, 271, 273 (Kochum = Dieb, Kochumer [plur.] = „Jauner“, Kochumebaiser = Diebswirt); Pfulld. J.-W.-B. 308, 341, 343 (Kochemer = „Schelm“, Kochemer Kehr, -Kitt od. -Baiss = Diebsherberge, als Adj. gebr. aber kochem = klug, daher kochemer Baiser, Kaim, Kafer = kluger Wirt, Jud, Mann); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 70, 71, 77 (kochem = klug, kochum = hochfein, cochum = vortrefflich); Schwäb. Händlerspr. (in Pfedelb. [210]: kochem = gescheit, klug). Zur Etymologie (vom hebr. châkâm = „klug, weise“) s. die Angaben in Groß’ Archiv, Bd. 38, S. 197, Anm. 2 u. bei Weber-Günther, S. 157 (hier auch weiter rotw. Belege); vgl. auch Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 560.