← Table of contents
Die jenische Sprache

Note 374 — Anmerkungen.

Reading edition

Ste(c)ken hat (gleich dogen) auch die allgemeinere Bedeutung von „geben“ (so z. B. Fehma oder Grifling ste[c]ken = die Hand geben), dann aber auch die von „hauen, prügeln“ (s. auch: „fechten“). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 92 (stecken = geben); W.-B. des Konst. Hans 256, 259 (steken = geben, aber auch: sagen); Schöll 272 (ganz ebenso); Pfulld. J.-W.-B. 340, 344 (steken = hergeben, schenken, Fehma steken = Hand geben, usserkinnig steken = herausgeben); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 69 (stecken = geben); Schwäb. Händlerspr. (in Pfedelb. [210]: stecken = geben, Griffling stecken = die Hand geben); s. auch Metzer Jenisch 216 (sticken = geben). Zur Etymologie: Es handelt sich um nichts anderes als unser gemeinsprachl. Zeitw. stecken, das „Bewirkungswort“ zu stechen (Weigand, W.-B. II, Sp. 957 unter „stecken“ 1), das wohl auch (z. B. nach Ku. IV [433]) gleichbedeutend damit gebraucht wird, in der neueren Gaunersprache aber meist in einem engeren Sinne (nämlich: „heimlich geben“ [„zustecken“], „heimlich zu verstehen geben“ (vgl. z. B. A.-L. 610; Groß 495; Rabben 125] od. „heimlich Unterschrift geben“ [s. Ostwald 148]) vorkommt. Von Verbindungen wie den Kohl stecken = „den Staupenschlag geben“ oder einem Guffti od. Macks stecken = „schlagen“ (eigtl. „jmdm. Schläge geben“) im älteren Rotwelsch (s. für die erstere Wendung: A. Hempel 1687 [168] u. Waldheim. Lex. 1726 [189], für die letztere: W.-B. von St. Georgen 1750 [218 u. 220]) sowie dem mundartl. volkstüml. „einem eine (näml. Ohrfeige) stecken“ (s. Schmeller, Bayer. W.-B. II, Sp. 726) u. dgl. m. konnte sich dann die engere Bedeutung von „prügeln“ usw. leicht entwickeln; außerdem mag auch der Anklang an „Stecken“ (= Stock) dabei vielleicht noch mit eingewirkt haben.

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings