Note 370 — Anmerkungen.
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Molum = berauscht kommt (gleichsam als Gegenstück zu dem ursprüngl. Subst. Dambes für „berauscht“) auch als Hauptw. — für „Rausch“ — gebraucht vor. Zu vgl. (aus d. verw. Quellenkr.): Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 74 u. Schwäb. Händlerspr. 485, die übereinstimmend nur Molum = Rausch (also nicht als Adj.) haben. Seiner Etymologie nach ist das Wort aber als Adj. (bzw. Partiz.) aufzufassen, da es nicht etwa zu dem zigeun. mōl = „Wein“ (s. Finck, S. 74; vgl. Liebich, S. 146 u. 259, Miklosich, Beitr. I/II, S. 14 u. Denkschriften, Bd. 27, S. 16 sowie Jühling, S. 224) gehört, sondern zurückgeht auf d. jüd. môle (hebr. mâle’ = „erfüllend, voll“, zu mâlâ’ [mâlê’] = „erfüllen“ [vgl. A.-L. 403]), das in die meisten deutschen Mundarten als mole (moule, moile) od. molum (målum) eingedrungen (so z. B. bes. in Thüringen u. Sachsen, Hessen u. Westfalen) und (in d. Form molum = „besoffen“) auch der Studentensprache (seit Anf. des 19. Jahrh.) bekannt gewesen ist (s. Kluge, Studentenspr., S. 105). Daß es jedoch in diese erst aus der Gaunersprache aufgenommen wäre (s. J. Meier, Hall. Studentenspr., S. 10), ist kaum anzunehmen, da im eigtl. Rotwelsch das Wort (und zwar i. d. R. in der Form mole) m. Wiss. nicht vor dem 19. Jahrh. vorkommt, und auch dann meist nur in dem allgemeinen Sinne von „voll, gefüllt“ überhaupt (s. z. B. v. Grolman, T.-G. 131; Karmayer, G.-D. 121; Groß 479; nur bei Thiele noch bes. mole jajin = „voll Weines“; erst bei A.-L. 575 in d. Form molum = „betrunken“ u. bei Groß 479 vbd. m. 476 [unter „lunen“]: Molum (-lun) = „Rausch“). S. Weber-Günther, S. 159/60 (unter „moule“); vgl. auch Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1733 (unter „Molum“).