Note 363 — Anmerkungen.
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Das Zeitw. ko(h)len = belügen, erlügen (während es für das einfache „lügen“ — wohl nur versehentlich — im W.-B. fehlt), ferner verleugnen u. betrügen — nebst der Zus. vorko(h)len = vorlügen — gehört zu dem Hauptwort Kohl = Lüge (Fabel), das auch adjektivisch (= erlogen, verlogen) gebraucht wird. Ableitungen davon sind: Kohler = Lügner u. Kohlerei = das Lügen, der Betrug. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 90 (Kohl machen = „einen zum besten haben“); W.-B. des Konst. Hans 259 (Kohl malochen = lügen); Pfulld. J.-W.-B. 339, 342 (kohlen = erzählen, lügen, ankohlen = anführen, anlügen; Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 67, 68, 72 (Kohl = Aufschneiderei, Lüge, Kohl reissen od. kohlen = lügen, ankohlen od. verkohlen = betrügen); Schwäb. Händlerspr. 479, 483 (Kohl reissen od. kôlen = lügen, verkôlen = betrügen; dazu in Pfedelb. [208, 209, 211] noch: Kohl = Lüge, ankohlen = anlügen u. betrügen sowie wegkohlen = leugnen). Über sonstige Belege im Rotw. usw. sowie die Etymologie (vom hebr. qôl = „Stimme“) s. d. Näh. in Groß’ Archiv, Bd. 47, S. 135 (unter „Oberkohler“) u. Anm. 1 u. 2; vgl. auch noch Seiler, Lehnwort IV, S. 491 u. Fischer, Schwab. W.-B. IV, Sp. 570 (unter „Kol“ II).