Note 2283 — Anmerkungen.
Reading edition
Schon in meiner „Vorbemerkung“ (S. 3) habe ich erwähnt, daß die „Sprachproben“ — aus dort näher angegebenen Gründen — nicht unwesentlich gekürzt worden sind. Sie umfaßten ursprünglich 46 Nummern, die auf 35 reduziert werden konnten; außerdem wurden aber auch noch innerhalb einzelner Nummern (s. bes. in Nr. 25) mehrfache Streichungen vorgenommen. Bei der Übersetzung der jenischen Gespräche ins Deutsche habe ich grundsätzlich soweit wie möglich den Wittichschen Wortlaut beibehalten und nur hier und da einzelne Stellen in eine etwas flüssigere Form gebracht. Der jenische Text stellt sich als wichtige Ergänzung zu dem „Wörterbuch“ dar, nicht nur durch die Verwendung mancher dort ursprünglich fehlender (und erst von mir mit dem Zusatz „Spr.“ hinzugefügter) Vokabeln, sondern namentlich auch insofern, als wir erst hier erfahren, wie die einzelnen Wörter in einer konkreten Satzverbindung gebraucht zu werden pflegen. Während z. B. im Wörterbuch über das Geschlecht der Hauptwörter nur ganz ausnahmsweise etwas zu entnehmen ist, erscheinen sie hier regelmäßig in Verbindung mit dem (bestimmten oder unbestimmten) Artikel, also unter Geschlechtsbezeichnung. Diese aber weicht in zahlreichen Fällen von der in unserer Gemeinsprache üblichen ab (vgl. z. B. der Galm = das Kind, der Funk = das Feuer, der Flu[h]te = das Wasser [vgl. die Flut], der Stichling = die Gabel [aber — in Übereinstimmg. mit dem Deutsch. u. Französ. — die Furschet], die Model = das Mädchen, die Kitt = das Haus usw.). Zuweilen scheint auch der Sprachgebrauch zu schwanken. So findet sich z. B. in Nr. 7 der Sore = die Sache (in Übereinstimmg. u. a. mit dem W.-B. des Konst. Hans [254]), während an einer anderen Stelle (Nr. 26) das Wort als femin. gebraucht wird (pflanzte Sore = die gemachte Ware), was auch in der neueren Gaunersprache der Fall ist (vgl. z. B. Ω Σ in Z. V, 429 u. Rabben 124). In einzelnen Fällen ist aber kein Artikel gesetzt worden, während wir nach dem deutschen Text einen solchen erwarten würden, so z. B. in Nr. 23 (Schefft Schnall nobis bibrisch? = Ist die Suppe nicht kalt?); Nr. 25 (Wo schefft Fehte? = Wo ist die Herberge?; ... pflanzet Schaffel auf = ... macht die Scheune auf; bohlet Säuftling in Rädling = tut [eigtl. werft] die Betten in den Wagen; ... pflanzet Strauberts = ... macht [euch] die Haare), namentlich auch dann, wenn schon ein anderes, mit (dem bestimmten od. unbestimmten) Artikel versehenes Hauptwort vorangestellt worden; vgl. z. B. Nr. 11 (Ich schniff’ ein Rande und Stenz = Ich nehme einen Sack und einen Stock mit); Nr. 19 (mit der dof Beizere und Beizer ... = ... mit der guten Wirtin und dem Wirt ...); Nr. 25 (Linze die dof Latt und Klass = Schau [nur] den schönen Hirschfänger und das Gewehr).