Note 324 — Anmerkungen.
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Die Bedeutung von Rande = Bauch (Wanst) ist erst eine Begriffsübertragung, denn ursprünglich ist der Ausdr. so viel wie: Beutel, Sack (Bündel, Felleisen, Quersack, Ranzen [auch: Büchsenranzen], Rucksack, Tornister), Tasche. In diesem Sinne ist er verwendet in folgenden Zus.: a) am Anfang (selten): Randeschnurrant = Taschenspieler; b) am Ende (sehr häufig): Dercherrande = Bettelsack, Kritzlerrande = Brieftasche, Lehmrande = Brotsack, Bich-, Kies- u. Loberande = Geldsack, Bäzemerande = Hodensack, Sprausrande = Holzsack, Buxen- od. Kopelrande = Hosensack (-tasche), Stupflengrande = Igelsack, Schmalerrande = Katzensack, Staubertrande = Mehlsack, Malfesrande = Rocktasche, Dächlesrande = Schirmsack, Toberichrande = Tabaksbeutel, Toberichschurerande = Zigarrentasche. Mit Rande = Bauch sind gebildet nur die Zus. Randeschure = Bauchgrimmen u. die Verbindg. grandicher Rande = Dickbauch, als Adj. gebr. = beleibt, wohlbeleibt, insbs. auch schwanger (trächtig); vgl. dazu gr. Rande bosten = schwanger gehen. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 98 (Rante = Sack); W.-B. des Konst. Hans 255, 260 (Rande = Sack, Felleisen); Schöll 271 (Rande = Sack); Pfulld. J.-W-B. 338, 340, 343, 345 (Rande = Bündel, Sack, Tasche, Lächumrande = Brotsack, Kißrande = Geldbeutel); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 67 (Rande = Bauch [nur so!]); Schwäb. Händlerspr. 485, 487 (Rande = Ranzen, Tasche, [in Pfedelb. (208) auch = Bauch]); s. auch Pleißlen der Killertaler 436 (Rande = Portemonnaie). Zur Etymologie des — im Rotwelsch schon früh auftretenden Wortes (vgl. Lib. Vagat. [55]: Rantz = Sack), das auch als Quelle unseres gemeinsprachl. „Ranzen“ zu betrachten ist, s. Günther, Rotwelsch, S. 96 vbd. mit Grimm, D. W.-B. VII, Sp. 111 (unter „Ranzen“, Nr. 2), Kluge, W.-B. (7. Aufl.), S. 363, Sp. 2 und Weigand, W.-B. II, Sp. 526 (unter „Ranzen“ u. „Ränzel“); vgl. auch Horn, Soldatenspr., S. 65. Auch unser Ranzen ist wohl für „Bauch“, „dicken Leib, auch im Zustand der Schwangerschaft“, zunächst als „ein niedriges Volkswort des 18./19. Jahrhunderts“, dann auch im Schriftdeutsch gebräuchlich geworden. S. Grimm, D. W.-B., a. a. O. vbd. mit Kluge, a. a. O.