Note 139 — Anmerkungen.
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a) Das in dieser Verbindung enthaltene Wort Gleis = Milch kommt auch noch in folgenden Zus. vor: α) am Anfang stehend: in Gleisnolle = Melkfaß (oder Milchtopf, -napf), Gleisschottel = Melkgefäß (eigtl. Milchschüssel), Gleiskechelte = Milchbrötchen (Spr.), Gleisglansert = Milchglas, Gleisschnall = Milchsuppe und Gleisschund (eigtl. „Milchdreck“) = Rahm oder Sahne (dem das obige abgeschunde Gleis entspricht!; β) am Ende stehend: Schmunkgleis = Buttermilch. Zu vgl. (aus d. verw. Quellenkr.) Dolm. der Gaunerspr. 96 (Glais); Pfullend. J.-W.-B. (Gleis; Gleiskittle = Milchhaus, Gleispolifska oder -schnalla = Milchsuppe); Schwäb. Händlerspr. 484 (Gleiß); s. auch Metzer Jenisch 216 (Gleiss). Zur Etymologie des Wortes (höchstwahrscheinlich von unserem deutsch, gleißen, d. h. glänzen) sowie über weitere Belege im Rotw. usw. s. Näh. Groß’ Archiv, Bd. 33, S. 256, Anm. 2 verbd. mit Bd. 42, S. 49 (unter „Gleißer“); vgl. auch Weber-Günther, S. 177/78 (unter „Klais“) und Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 689. — b) Zu abgeschunde, das ein Zeitw. abschunden voraussetzt, vgl. das ähnliche einschunden = einsalben, einschmieren, während das einfache schunden im W.-B. durch „austreten (schwer“), d. h. cacare, wiedergegeben ist. Es ist (gleich dem Adj. schundich [schondich (Spr.)] = beschmutzt, dreckig, kotig, schmierig, schmutzig, trübe, unflätig, unreinlich, unsauber) abgeleitet von dem Hauptw. Schund od. Schond = Dreck, Kot, Schmutz, Unflat, Unrat, auch spezieller noch Asche, Dünger (Mist), Exkremente, Lehm. Dazu die Verbindg. näpfiger Schund = Kalk (worüber das Näh. schon oben S. 17) sowie mannigfache Zusammensetzgn., so: a) mit Sch. am Anfang: Schundkitt = Abort, Schundschottel = Aschenbecher, Schundbolle = Kartoffeln (eigtl. etwa „Dreckknollen“), Schundfurschet = Mistgabel, Schundfläderling = Mistkäfer (eigtl. „Mistvogel“), Schundsitzling = Nachtstuhl; b) mit Sch. am Ende: Gleisschund = Rahm, Sahne (s. oben lit. a), Flu(h)teschund (eigtl. „Wasserdreck“) = Schlamm, Leilescheischund = Sternschnuppe (worüber Näh. schon oben S. 37, Anm. 127). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 89, 92, 93, 97 (Schund = Exkremente, Schund-Kitte = Abtritt, Schompolle [dial. statt: Schundbolle] = „Grundbirnen“, d. h. Kartoffeln; schunden = Notdurft verrichten; vgl. [90]: beschunden = betrügen [also ähnl. wie unser „bescheißen“ gebr.; vgl. Weigand, W.-B. I, Sp. 213]); Pfulld. J.-W.-B. 339, 341, 344 (Schund = Dreck, Kot, Schutt; vgl. auch [342] Schunplotzer = Maurer); Schwäb. Händlerspr. 479, 480, 482, 484, 486 (Schund = Dreck, Schmutz, aber auch = Acker, Feld; schundig = dreckig, schmutzig, Schumbolle = Kartoffeln, Schundplutzer oder Schunplotzer [in Degg. (215): Schundblozer] = Maurer, in U. [214]: schunde[n] = cacare, beschunden [in Lütz. (214): b’schunderle(n)] = betrügen). S. auch noch Metzer Jenisch 216 (schunde = cacare und Schund-Bais = Abtritt). Zur Etymologie (vom deutsch. Stammwort „schinden“, daher Grundbedg. von Schund eigtl. „Abfall beim Schinden“) sowie über weitere rotw. Belege s. d. Näh. in Groß’ Archiv, Bd. 47, S. 139.