Note 137 — Anmerkungen.
Reading edition
Das Zeitw. bosten (wofür früher holchen gebräuchl. [s. oben „Einltg.“, S. 26]) = gehen, fliehen, folgen, kommen, laufen, spazieren (gehen) kommt noch vor in den Zus.: aufbosten = auflaufen, ausbosten = ausgehen, auslaufen, darüberbosten = darübergehen, ei’bosten = einlaufen, herabbosten = herabgehen, -laufen, hinausbosten = hinausgehen, nachbosten = nachfolgen, umher-, unterbosten = umher-, untergehen, verbosten = verlaufen, wegbosten = weglaufen, zurückbosten = zurücklaufen; ferner in den Verbindungen: schiebes bosten = davongehen, sich entfernen, entspringen, entweichen, fliehen, fortgehen (früher dafür malochen [s. „Einltg.“, S. 27]), schenzieren bosten = hausieren gehen, Jahre bosten = jagen (eigtl. [in den] Wald gehen [um zu jagen]), begerisch bosten = lahm gehen, ins Sauft bosten (eigtl. „ins Bett gehen“) = niederkommen, grandiche Rande bosten (eigt. „[mit einem] dicken Bauch gehen“) = schwanger gehen, endl. noch in der längern Umschreibung Flu(h)te bostet mer herab = ich schwitze (s. darüber schon oben S. 36, Anm. 126 vbd. m. S. 17, Anm. 44). Eine Ableitg. ist das Subst. Boster = Läufer. Zu vergl. (aus d. verw. Quellenkr.): Pfulld. J.-W.-B. 337, 339, 340, 342 (posten = gehen, boschen = laufen, auspostet = ausgelaufen, durchbosten = durchlaufen, verposten = entfliehen); Schwäb. Händlerspr. 481 (pō̆schten [in Pfedelb. (210): boschten] = gehen, plæ̂te poschten [in Pfedelb. (209): boschten] = fortgehen, durchgehen, in Pfedelb. [208/9]: naus- u. abboschten = auslaufen u. durch- od. fortgehen). — Die Form boschen (bôschen) = gehen hat auch schon v. Grolman, Akt. Gesch. 1813 (312) u. W.-B. 11 u. T.-G. 96, das Subst. Boster findet sich in der Zus. Leili-Boster = Nachtdieb bei Pfister bei Christensen 1814 (325). Etymologie: Nach Fischer, Schwäb. W.-B. I, Sp. 1318 bedeutet poste(n) (bošte) im Schwäb. „herumlaufen, kleine Aufträge besorgen“ u. ä., eigentl. soviel wie „Postgänge machen“, so daß es also zu unserem Lehnwort Post (aus dem ital. posta, mlat. posta = „[Post-] Standort“, aus posita, zu lat. ponere [s. Weigand, W.-B. II, Sp. 456, vbd. m. Seiler, Lehnwort III, S. 186) gehört. Näheres (auch über andere südd. Mundarten) s. ebds. vbd. mit Grimm, D. W.-B. II, Sp. 267 (unter „besten“) u. VII, Sp. 2025 (unter „posten“, Nr. 1)