Note 132 — Anmerkungen.
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Diese Ausdrücke werden wohl alle drei (am häufigsten aber die beiden ersten) als miteinander gleichbedeutend gebraucht, und zwar (außer in der obigen. Bedtg. noch) für: albern, blöde (= blödsinnig), dämlich, dumm, geisteskrank, irrsinnig, läppisch, närrisch, schwachsinnig, töricht, unklug, unsinnig, unvernünftig, unverständig, wahnsinnig. Zusammensetzungen damit sind: Nillicheschei od. Ni(e)sicheschei (d. h. eigtl. „närrischer [oder Narren-] Tag“) = Fastnacht (s. d. betr. Übereinstimmg. mit der Zigeunerspr.) und Nillichegiel, Ni(e)siche- und Nuschichegiel (d. h. eigtl. „närrisches Maul, Gesicht“) = Fastnachtsmaske, dann einerseits noch spezieller = „Affengesicht“ (s. d.) als Bezeichnung einer besonderen Art von Fastnachtsmasken, andererseits allgemeiner = Larve oder Maske überhaupt. Die genannten Adjektive sind Ableitgn. von den Hauptw. Nille, Ni(e)se, Nusche = Dummkopf (dummer Mensch), Geck, Narr, Tor, Tropf (dazu die Zus.: Nille- od. Ni[e]sekitt = Irrenhaus [Narren-, Tollhaus] u. Nille- od. Ni[e]seki[e]bes = Tollkopf). Eine weitere (substant.) Ableitg. von Nille, Ni(e)se, Nusche ist endlich Nillerei, Ni(e)serei od. (seltener) Nuscherei = Blödigkeit (d. h. Blödsinn), Dummheit, Kinderei, Irrsinn, Wahnsinn. Zu vergl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 96 (Nille = Narr); ebenso: Schöll 271 u. Pfulld. J.-W.-B. 342 (hier [339] ferner das Adj. nilli = einfältig). Zur Etymologie: Nach Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 2082 (unter „Nülle“ I) ist Nülle (od. Nille) = Narr, Dummkopf usw. identisch mit Nolle = dicker Mensch, Einfältiger, das wohl zu Knoll(en), schwäb. auch G’noll, Noll = „rundlicher harter Körper“, „zusammenhängende runde Masse“ (schon mhd. knolle = „Erdscholle, Klumpen“ und „grober, plumper Mensch“; vgl. ahd. hnol = „Erhöhung“, angels. cnoll = „Bergspitze“, engl. knoll = „Hügel“) gehört; s. Fischer, a. a. O., Sp. 2055 (unter „Nolle“, Nr. 3) vbd. mit Sp. 541 (unter „Knoll[e(n)]“, bes. Nr. 3c) u. Weigand, W.-B. II, Sp. 1080 (unter „Knollen“). Schon A.-L. 578 hat Nille = „Narr, Geck, Spaßmacher“ und „penis“ gleichfalls auf „Knolle“ zurückgeführt. Auch bei der letzteren Bedeutung, die (neben der selteneren von „vulva“) auch sonst volkstümlich ist (s. Müller in d. „Anthropophyteia“, Bd. VIII, S. 4 u. 10, u. Günther, ebds. Bd. IX, S. 31, Anm. 2 vbd. mit Grimm, D. W.-B. VII, Sp. 980), handelt es sich wohl um dasselbe Wort, denn Grimm, a. a. O. leitet es zwar zunächst von dem Zeitw. nollen (od. nullen) = „futuere“ her, stellt dieses aber zum mhd. nol = „mons Veneris“ (s. Näh. a. a. O., Sp. 879 unter „nollen“). Überhaupt werden die Begriffe „Dummkopf“ u. „penis“ öfter ja durch denselben Ausdruck wiedergegeben (vgl. z. B. Schmeller, Bayer. W.-B. II, Sp. 642 betr. d. Wort „Schwanz“). — Die Bezeichnung Niese = Dummkopf hat Fischer, a. a. O., IV, Sp. 2044 vbd. mit Sp. 2050 zu Nise als Kurzform des Eigennamens Dionysius — freilich nur mit einem Fragezeichen — in Verbindung gebracht. Über Nusche wage ich keine Vermutung aufzustellen.