Note 242 — Anmerkungen.
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Kritzler hat noch die Bedeutgn.: Brief, Dokument, Schreiben oder Schrift, Urkunde, Zettel. Dazu folgende Zusammensetzgn.: a) mit Kr. vorne: Kritzlerbukler = Briefträger, Postbote, Kritzlerrande = Brieftasche, auch Papiersack, Kritzlerbich od. -lobe = Papiergeld, Kritzlerpflanzer = Papiermacher, Kritzlerrädling = Postwagen; b) mit Kr. hinten: Dercherkritzler = Bettelbrief, Schnurrantekritzler = Komödienzettel (Programm), Sprauskritzler = Steckbrief (ein wohl aus der Zigeunersprache übernommenes Wortspiel [vgl. schon „Vorbemerkg.“, S. 18, Anm. 46], worüber das Näh. noch unter „Steckbrief“), Begerkritzler = Totenschein. Als Verbindg. erscheint lenker od. schofler Kritzler = Steckbrief (vgl. Näh. schon oben S. 121, Anm. 223 u. Anm. 224). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Schwäb. Händlerspr. 480 (Kritzler = Brief); auch Pleißlen der Killertaler 435 (Bedtg.: Brief, auch [nach Kapff 213]: Paß, Wandergewerbeschein; kritzle[n] = schreiben). In der Pennälersprache bedeutet Kritzler den Federhalter (s. Eilenberger, S. 38). Der Etymologie nach gehört der Ausdr. jedenfalls zu unserem gemeinspr. Zeitw. kritzeln = „kratzend fein schreiben“, Dim. von d. ält. nhd. u. mhd. kritzen, ahd. krizôn = „einritzen“, vielleicht mit Kreis verw., aber schwerlich zu kratzen (s. Weigand, W.-B. I, Sp. 1155); vgl. auch Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 771.