← Table of contents
Die jenische Sprache

Note 239 — Anmerkungen.

Reading edition

Schottel (plur.: Schottle) = Schüssel, Büchse (Gefäß, „Gelte“, Geschirr, Korb, Kübel, Schale, Tasse, Teller, Wanne) ist beliebt in zahlreichen Zusammensetzungen für allerlei Behältnisse, so (außer Schundschottel) noch: Lehmschottel = Brotbüchse, Soreschottel = Erbsen- od. Linsenschüssel, aber auch Pfefferbüchse u. Porzellantasse, Schmunkschottel = Fettbüchse, Bossertschottel = Fleischbüchse, Flößlingschottel = Heringbüchse, Süßlengschottel = Kaffeetasse, aber auch Zichorienbüchse, Staubschottel = Mehlschüssel, Gleisschottel = Milchgefäß, eigtl. Milchschüssel, Hornikelgielblättlingschottel = Ochsenmaulsalatschüssel, Horbogebossertschottel = Rindfleischbüchse, Spronkertschottel = Salzbüchse, Schwächschottel = Trinkgeschirr, Trinkschale, Pfladerschottel = Waschbecken. Mit Schottel am Anfang ist dagegen nur eine Zus. gebildet worden, nämlich Schottelpflanzer = Korbmacher. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 95, 98 (Schodel = Schüssel, Schottel = Korb, Schottelpflanzer = Korbmacher); Pfulld. J.-W.-B. 342 (Schottel = Kachel); Schwäb. Händlerspr. 481, 483, 488 (Schottele = Korb, Glas [in Pfedelb. (212): Schoppen], Wanne, Schottelepflanzer = Korbmacher). Etymologie: Die Vokabel, die sonst im Rotw. auch in der Form Schuttel vorkommt (s. z. B. Pfister bei Christensen 1814 [330]), ist doch wohl nur eine (dialekt.) Veränderung von uns. gemeinspr. „Schüssel“ (mnd. schottel od. schuttel [Weigand, W.-B. II, Sp. 805]); s. Günther, Rotwelsch, S. 52; vgl. auch Groß’ Archiv, Bd. 46, S. 31.

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings